BVB suchen Dieselbusse

Die Basler Verkehrsbetriebe sorgen mit der Ausschreibung von sechse neuen Gelenkbussen für Aufregung. Das Komitee Pro Tram ist alarmiert.

Bald wieder zu sehen? Die Gelenkbusse sind in Basel seit 2008 nicht mehr in Betrieb.

Bald wieder zu sehen? Die Gelenkbusse sind in Basel seit 2008 nicht mehr in Betrieb.

(Bild: Keystone)

Die Ausschreibung, die im Kantonsblatt vom Mittwoch publiziert wurde, scheint klar zu sein: Die Basler Verkehrs-Betriebe wollen sechs neue Gelenkbusse anschaffen. Das sollen Dieselbusse sein, ist der Ausschreibung zu entnehmen – und führt bereits jetzt zu Protest der Vereinigung Pro Tram. Diese Gruppe hat im Jahr 2007 erfolglos für den Erhalt der Trolleybusse gekämpft. Das Komitee befürchtet, dass die BVB ihre Flottenstrategie über den Haufen werfen wollen.

Im detaillierten Produktebeschrieb steht, dass die BVB einen Bus folgenden Zuschnitts suchen: «4-achsiger 1-gelenkiger Linienbus mit Transportkapazität bis zu 175 Personen bei mindestens 40 Sitzplätzen.» Anschaffen wollen die BVB sechs dieser Fahrzeuge, allenfalls acht (dies als Option). Und dann steht da unter dem Stichwort «Antriebstechnologie»: «Dieselmotor Euro VI in Verbindung mit einer Getriebeautomatik».

Dieselbusse «nicht erwünscht»

Diese Dieselbusse seien in Basel nicht erwünscht, schreibt das Komitee Pro Tram; die geplanten 40-Tönner würden den Volkswillen missachten und sowohl die Umwelt als auch den Tourismus schädigen. Die geplante Anschaffung von überlangen Dieselbussen entspreche nicht dem Volkswillen von 2007: Damals ging es darum, die letzten Trolleybusse des BVB-Netzes, die auf der Linie 33 verkehrten, aus dem Sortiment zu nehmen und durch andere Busse zu ersetzen.

Das Komitee, mit dem SP-Grossrat Jörg Vitelli als antreibender Kraft, wollte die Trolleybusse erhalten und auf keinen Fall Dieselbusse anschaffen. BVB, Regierung und schliesslich auch die grossrätliche Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) traten für die Beschaffung von Gasbussen ein, von denen man schon einige hatte.

Markt soll getestet werden

Versichert wurde, dass die BVB eine neue, einheitliche Flottenstrategie planten, und zwar auf der Basis von Gas- respektive Biogas-Bussen. Das sieht das Komitee nun gefährdet, ist einem Communiqué zu entnehmen. «Da scheint entgegen dem politischen Beschluss von 2007 eine Umkehr der Strategie geplant zu werden», argwöhnt Jörg Vitelli gegenüber der BaZ.

Nicht nur die Umweltschädlichkeit sei ein Problem dieser Megabusse, sagt das Komitee. «Als Megabusse bedrohen sie mit ihren 21 Metern Länge, ihren vier Radachsen und ihren bis über 40 Tonnen Gewicht auf den Quartierstrassen all jene, die Velo fahren oder zu Fuss gehen», heisst es. Die «Megabusse» seien von der Grösse her prädestiniert für die Linien 30 und 50. Ob da ein verdeckter Angriff auf «Tram 30» geplant sei, fragt man sich beim Komitee.

BVB-Sprecherin Dagmar Jenny beruhigt. Zwar sei es schon so, dass man gegenüber den heute fahrenden Bussen ein längeres Modell im Auge habe (drei Meter länger, vier statt drei Achsen), doch was im Kantonsblattstehe, sei noch nicht die wirkliche Ausschreibung. «Das ist Teil der Ausschreibungsvorbereitung. Wir nehmen damit eine Marktabklärung vor», sagte sie gestern. Mit anderen Worten: Die BVB wollen zuerst sehen, was auf dem Markt überhaupt zu haben wäre. Die eigentliche Bus-Ausschreibung folge wohl erst im nächsten Jahr.

Basler Zeitung

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