Zum Hauptinhalt springen

BVB gibt WLAN-Projekt auf

Drei Jahre dauerte das Pilotprojekt «Public/WLAN» der BVB – nun setzten sie es in den Sand. Die BLT plant derweil nicht ihr Internet-Angebot aufzugeben, da sie keinen Rückgang verzeichnet.

Kein Internet mehr: Die BVB beenden ihr Projekt «Public/WLAN».
Kein Internet mehr: Die BVB beenden ihr Projekt «Public/WLAN».
Elena Monti

Drei Jahre nach dem Start des Pilotbetriebs «Public/ WLAN» mit je drei Trams und Bussen sowie umfangreichen Marktabklärungen mit dem Kanton und Projektpartnern beendet die BVB das Projekt. Die BVB reagierten damals auf das Internet-Angebot der BLT, welches schon zwei Monate zuvor lanciert wurde. Ihren Versuch hatten die BVB vor drei Jahren zusammen mit der Swisscom gestartet. Inzwischen verfügen je drei Trams und Busse über ein WLAN-System. Am Mittwoch gaben die Verkehrs-Betriebe jedoch bekannt, dass sie darauf verzichten, ihre gesamte Fahrzeugflotte für das Public WLAN aufzurüsten.

Die BVB begründen diesen Verzicht unter anderem mit zu geringem Interesse am Angebot. So seien im Pilotbetrieb zu wenig Nutzer für ein akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis verzeichnet worden.

Die Einführung von WLAN in der gesamten Flotte hätte mehrere 100'000 Franken pro Jahr gekostet. Die BVB verweisen denn auch auf die vom Kanton Basel-Stadt als Eigner vorgegebene Kosteneffizienz.

Flatrates sind verantwortlich

Für den Verzicht machen die BVB zudem veränderte Rahmenbedingungen mit Flatrates und hohen Datengeschwindigkeiten geltend. Zudem habe sich der gesetzlich vorgeschriebene Login-Prozess im Probebetrieb als zu aufwendig erwiesen. Denn bei den BVB erstreckt sich die Reise eines Durchschnittspassagiers nur über vier bis fünf Stationen.

Die im Pilotbetrieb festgestellten Nutzungszahlen erreichten nicht den gewünschten Umfang, mit welchem ein akzeptables Kosten-Nutzen-Verhältnis hätte er- reicht werden können, denn die Realisation des Public WLAN hätte Kosten von mehreren 100‘000 CHF pro Jahr verursacht.

Die rasante Entwicklung der mobilen Kommunikationsangebote, beispielweise von reduzierten Flatrates mit hohen Datengeschwindigkeiten, der technische Fortschritt im mobilen Netz oder der Wegfall von Roaming-Gebühren im EU-Raum mindern den zusätzlichen Kundennutzen eines WLANs in den BVB Fahrzeugen. Der Probebetrieb hat zudem ge- zeigt, dass die Reisezeit der BVB Fahrgäste von durchschnittlich 4 bis 5 Stationen kaum im Verhältnis steht zum gesetzlich vorgeschriebenen und aufwändigen Login Prozess.

Für die BLT rentiert das Angebot

Die BLT hingegen plant nicht ihr Internet-Angebot aufzugeben. «Täglich nutzen 5‘000 – 6‘000 Personen diesen Service. Ja, dieses Angebot macht auf Vorortstramlinien Sinn und schafft einen Mehrwert für unsere Fahrgäste. Dank immer leistungsfähigeren Übertagungstechnologien benötigen wir heute nur noch einen WLAN-Router pro Fahrzeug, welchen wir gleichzeitig auch für andere Kommunikationsbedürfnisse verwenden können. Beispielsweise verfügt das gesamte Fahrdienstpersonal über ein persönliches iPAD, welches diese Kommunikationseinrichtung auch mitbenutzen kann», so Andreas Büttiker, Sprecher der BLT.

Obwohl viele Handy-Nutzer heutzutage von billigen Flatrateangeboten der Provider profitieren, hält die BLT weiter an ihrem WLAN fest. Ein Rückgang sei aufgrund der Flatrates nicht spürbar. «Nein, wir spüren keinen Rückgang. Der Markt der digital nutzbaren Endgeräte steigt kontinuierlich. Zudem sind nicht alle Endgeräte mit einer SIM-Karte ausgerüstet und auch nicht alle Personen verfügen über ein Flatrate-Abo. Viele Kunden benutzen zudem ein Prepaid-Handy.»

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch