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Botellón-Initianten sollen Kosten bezahlen

Die Junge SVP fordert, dass für den angekündigten Botellón am 13. September in Basel die Initianten die Kosten tragen müssen. Justizdirektor Guy Morin weist dieses Ansinnen jedoch klar zurück.

Der Botellón erregt in Basel weiterhin die Gemüter. Nun will die Junge SVP, dass der Regierungsrat prüft, ob die Kosten des Massen-Trinkgelages an die Initianten weitergegeben werden können. Dies stösst jedoch auf starken Widerspruch. Justizdirektor Guy Morin möchte, dass alle mit gleichen Spiessen behandelt werden, wie er zu baz.online erklärte: "Bei anderen Festen werden die Kosten auch erlassen."

Generell ortet Guy Morin ein Rechtsgleichheitsproblem: Bei einem solchen Ansatz müsse man auch Jugendliche am Rheinbord belangen, die Abfall hinterlassen. Es wäre laut Morin auch schwierig, die Initianten zu bestimmen. Sinnvoller und zielgerichteter fände Guy Morin das Aufstellen von genügend Abfallcontainern und den Einsatz von Interventionsteams. Diese sollten aus einem Sozialarbeiter, einem Polizisten sowie einem Jugendlichen bestehen und die Betroffenen direkt ansprechen.

Auch bei anderen Jungparteien stösst die Forderung der Jungen SVP auf klare Ablehnung. Juos-Mediensprecher Sebastian Dändliker hält davon wenig und setzt auf Prävention. Statt die Jugendlichen im Nachhinein zur Verantwortung zu ziehen, solle man schon vorher auf sie zugehen, um sie vor Exzessen abzuhalten: "Man sollte versuchen, mit den Jungen ins Gespräch zu kommen."

Für realitätsfremd hält Luca Urgese, Präsident der Jungfreisinnigen, die Forderung der Jungen SVP. "Der Witz ist doch, dass es gar keinen richtigen Organisator gibt", sagte er zu baz.online. Er wies auch auf die Rechtsungleichheit hin. Allerdings, wenn jemand aufgrund eines Alkoholexzesses in Behandlung muss, soll er laut Urgese für die Spitalkosten aufkommen.

Medienschelte

Das Herausfinden der Initianten wäre für Alexander Gröflin, Vizepräsident der Jungen SVP, "problematisch, aber möglich". Man solle sich an die Initiatoren halten, welche sich geäussert haben. Damit will die Junge SVP laut Gröflin ein Zeichen setzen: "Jeder sollte den Dreck, den er verursacht, auch zusammenräumen." Falls der Regierungsrat darauf nicht eingeht, denke man daran, eine Interpellation einzureichen.

Ein Verbot des Botellóns (ein gemeinsames Trinkgelage Jugendlicher - ein Massenphänomen aus Spanien) erachtet die Junge SVP im Prinzip nicht als sinnvoll. Allerdings will sie laut Communiqué von einer solchen Forderung nur absehen, wenn die Kosten nicht von der Allgemeinheit getragen werden. Ins Gebet nimmt die Junge SVP die Medien. Insbesondere nationalen Gratiszeitungen wird vorgeworfen, dass sie "das Phänomen Botellón gezielt gehypt und damit erst zum Problem gemacht haben".

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