Bondo lässt grüssen

Er sieht nicht aus wie ein normaler Spielplatz, sondern erinnert eher an ein offenes Gehege für Ziegen. Ein kleines Kinder-Paradies der etwas anderen Art auf der Oekolampad-Matte.

Auf dem Spielplatz der Oekolampad-Anlage erhebt sich eine raue Bergwelt en miniature.

Auf dem Spielplatz der Oekolampad-Anlage erhebt sich eine raue Bergwelt en miniature.

(Bild: Dominik Heitz)

Dominik Heitz

Mannshohe Steine stehen und liegen herum. Sie sehen in ihrer Anordnung wie die Überreste eines Felssturzes aus. Und tatsächlich ist das, was sich hier auf dem Spielplatz der Oekolampad-Anlage befindet, gar nicht so weit davon entfernt. Denn die über zehn grossen Steine stammen aus einem Gebiet, wo vor gar nicht langer Zeit ein grosser Bergsturz niederging: aus Bondo.

Am 23. August 2017 kam es bei diesem bündnerischen 200-Einwohner-Dorf im Val Bregaglia zu einem mächtigen Felsabbruch, bei dem drei Millionen Kubikmeter Gestein mit einer Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde zu Tal gingen.

Mit Seilen und Verbindungshölzern zur Spiellandschaft

Bei der Gestaltung des Spielplatzes neben der Oekolampad-Matte überlegte sich die Firma Kukuk Schweiz, wo die dafür notwendigen Steine besorgt werden könnten. Da kam sie auf die Idee, in Bondo zu suchen. Ein Fachmann führte die Spielplatzgestalter durch die überwältigende Steinlandschaft. Die Kukukler kraxelten über die Gesteinsmassen, suchten sich die gewünschten grossen Felsbrocken aus, markierten diese mit einem Spray und liessen sie einzeln per Lastwagen zu einer Spezialfirma in Baselland transportieren, wo einigen der Steine ein Loch durch den Körper gebohrt wurde.

Seit Ende August des vergangenen Jahres bilden diese Steine nun zusammen mit Seilen und Verbindungshölzern eine Spiellandschaft. An der Einweihung der Anlage hatte auch Anna Giacometti, Gemeindepräsidentin von Bregaglia, teilgenommen und sich darüber gefreut, dass Steine jenes tragischen Felssturzes nun in Basel einem positiven Nutzen zugeführt worden sind.

Eine raue Bergwelt en miniature

Steine, etwas Holz und Seile: Das Ganze sieht eigentlich eher aus wie das offene Gehege für Ziegen – so, wie man es vom Zolli her kennt. Einige Mütter fragten sich deshalb: Ist das wirklich ein Spielplatz? Ist das nicht zu langweilig für Kinder? Ihnen fehlten klassische Animationsgeräte wie Rutschen, Schaukeln und Klettervorrichtungen. Ihre Sorge war umsonst; sie hatten die Kreativität der Kinder unterschätzt. In den Löchern der Steinbäuche lässt sich bei Hitze etwas Schatten und bei Rückzugswünschen ein Versteck finden. Und die Hölzer können für alles Mögliche herhalten. Eine raue Bergwelt en miniature erhebt sich hier bei der Oekolampad-Anlage. Bondo lässt grüssen.

Basler Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...