Bindella ist in Basel willkommen

In Basel freuen sichviele darüber, dass der Zürcher Gastronom die Liegenschaft des «Chez Donati» gekauft hat. Man zeigt sich zuversichtlich, dass der Charme des Restaurants so erhalten bleibt.

Wird vom «Trois Rois» geführt: Noch ist das Grandhotel Pächter des «Chez Donati» – die Liegenschaft gehört bereits jetzt der gioia Bindella Sa.

Wird vom «Trois Rois» geführt: Noch ist das Grandhotel Pächter des «Chez Donati» – die Liegenschaft gehört bereits jetzt der gioia Bindella Sa.

Nina Jecker

Seit Dienstag ist offiziell, was viele vermutet haben – der Gastrokonzern Bindella aus Zürich hat die Liegenschaft, in der sich das «Chez Donati» befindet, gekauft. Noch ist zwar unklar, wie lange das Basler Traditionsrestaurant noch wie bis anhin vom Hotel Les Trois Rois betrieben wird.

Die Verträge laufen offiziell noch bis ins Jahr 2019. Dass Rudi Bindella den Betrieb aber früher oder später übernehmen möchte, darf vermutet werden. Ist der Zürcher Gastronomieunternehmer doch bekannt dafür, in der ganzen Schweiz renommierte Traditionshäuser zu übernehmen, um sie dann mit viel Liebe zum Detail und zu der Geschichte der einzelnen Restaurants zu renovieren und wieder zu eröffnen.

Erleichterung über Kauf

Aus diesem Grund ist die Informa­tion, dass die Gioia Bindella SA das ­Gebäude an der Johanniterbrücke ­gekauft hat, für den Basel-Tourismus-Geschäftsführer Daniel Egloff eine «gute News». Egloff spricht hier nicht nur als Touristiker, sondern auch als häufiger Gast des 1950 eröffneten Nobel-Italieners. «Ich wohne ganz in der Nähe des Donati und finde das Lokal total toll», sagt er.

Aber auch für die Stadt Basel sei das Traditionshaus ein ausgesprochen wichtiges Aushängeschild – in das Basel Tourismus gerne auch mal ausländische Gäste ausführt. Egloff ist zuversichtlich, dass Bindella gut ist für das Donati. Dies zeige unter anderem der Blick nach Bern, wo der erfolgreiche Zürcher Gastronom Millionen in das Feinschmeckerlokal Loren­zini investiert hat, um den Geist und die Geschichte des Betriebs zu erhalten.

Langfristig erhalten bleiben

Auch die Arbeit der Candrian Catering AG, ein Zürcher Gastronomie- Unternehmen, welches ebenfalls bereits mehrere Betriebe in Basel führt, erhält Lob von Egloff. «Bei der Kunsthalle und dem Braunen Mutz hat sich gezeigt, dass die Versprechungen bei der Übernahme nicht nur schöne Worte waren, sondern dann auch umfangreiche und langfristige Investitionen in die Betriebe getätigt wurden.»

Maurus Ebneter vom Wirteverband Basel zieht eine Übernahme der Liegenschaft durch den Gastronomen Bindella anderen möglichen Käufern, wie etwa einem grossen Immobilienunternehmen, ebenfalls vor. «So steigen die Chancen doch stark, dass der Betrieb langfristig erhalten bleibt und an dieser Adresse nicht etwa Eigentumswohnungen entstehen.»

«Eines der schönsten Lokale»

Dass immer mehr Grossunternehmer auf den Platz Basel strömen, ist für Ebneter nicht a priori schlecht. Natürlich sei die Vielfalt langfristig ein wenig gefährdet, wenn irgendwann fast jeder Italiener dieselbe Weinkarte habe. «Wirklich traurig wäre aber, wenn solche Traditionshäuser verloren gingen», findet Ebneter. Hier habe ein Umdenken stattgefunden: «Man weiss heute den Wert solcher Lokale wieder zu schätzen.» Auch der bekannte Basler Gastronom Peter Wyss, der im Jahr 2000 das Donati gemeinsam mit Romano Villa übernommen und sechs Jahre geführt hat, freut sich über den Kauf durch Bindella. «Mit diesem Hausbesitzer wird das Donati erhalten bleiben», ist er überzeugt.

Für Wyss, der zwischenzeitlich die Kunsthalle leitete und nun dem Schützenhaus vorsteht, ist das Donati «eines der schönsten Restaurants, nicht nur in der Stadt Basel, sondern in der ganzen Schweiz.» Zu dieser Schönheit würden viele Faktoren gemeinsam beitragen. «Man merkt, dass der Betrieb gewachsen ist», sagt Wyss. Heute würde leider oft der Fehler gemacht, dass man einen Architekten ein Lokal komplett einrichten lasse und dann meine, nichts mehr am Interieur ändern zu dürfen. «Beim Donati hingegen findet man kitschige Dinge, alte Stücke und auch ganz schöne neue Sachen», schwärmt Wyss. Das Lokal, in dem schon Prominenz aus der ganzen Welt gespeist habe – Namen nennt Wyss an dieser Stelle keine –, verfüge deshalb über eine ganz eigene und spürbare Geschichte.

Basler Zeitung

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