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Betrunkener Todesfahrer muss ins Gefängnis

Im Mai wurde eine Velofahrerin auf der Basler Viaduktstrasse von einem betrunkenen Autofahrer gerammt und erlag kurze Zeit später ihren Verletzungen. Nun hat das Gericht geurteilt.

Im Frühling kam es auf der Basler Viaduktstrasse zu einem tödlichen Unfall.
Im Frühling kam es auf der Basler Viaduktstrasse zu einem tödlichen Unfall.
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Der junge Mann, der im Mai 2012 in Basel völlig betrunken einen tödlichen Autounfall verursacht hatte, ist am Dienstag vom Basler Strafgericht wegen fahrlässiger Tötung und weiteren Delikten zu einer Freiheitsstrafe zu dreidreiviertel Jahren unbedingt verurteilt worden.

Der heute 29-jährige Schweizer war nach einer durchzechten Nacht an einem Samstagmorgen um 9 Uhr auf der Viaduktstrasse mit seinem Mercedes ungebremst von hinten in eine korrekt auf dem Velostreifen fahrende Radfahrerin gefahren. Die 56-jährige Frau erlitt schwere Verletzungen und starb einen Monat nach dem Unfall an einer Lungenembolie.

Der Unfallverursacher hatte sich aus dem Staub gemacht, ohne sich um die Verletzte zu kümmern. Ein Augenzeuge konnte die Autonummer notieren, doch erst in Bad Bubendorf gelang es der Polizei, den Fahrer anzuhalten. Vor Gericht machte der junge Mann geltend, er könne sich nicht an den Unfall erinnern.

Schwer betrunken

Zu seinem Alkoholkonsum gab er an, am Abend vor dem Unfall bei einem Anlass über zehn Stangen Bier getrunken zu haben. Wieso er danach nach Basel und nicht nach Hause gefahren war und wie viel er dort noch getrunken hatte, konnte er nicht sagen. Das Gericht ging davon aus, dass der Unfall höchstwahrscheinlich auf ein kurzes Einnicken zurückzuführen ist.

Anklage und Verteidigung waren sich im Hauptanklagepunkt, der fahrlässigen Tötung, einig. Der Staatsanwalt hatte das für die angeklagten Delikte mögliche maximale Strafmass von viereinhalb Jahren gefordert. Der Verteidiger hatte auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, davon ein Jahr bedingt, plädiert.

Unfallfahrer bereut

Der Beschuldigte selbst sagte in seinem Schlussvotum, er verdiene eine Gefängnisstrafe. Er ist wegen Alkoholfahrten und massiven Verstössen gegen Tempolimiten mehrfach vorbestraft. Bis zum Unfall am 19. Mai in Basel war es aber bei Sachschaden geblieben. Was passiert sei, tue ihm sehr leid, sagte er. Er sitzt seit dem 20. Juni in Haft.

Der Gerichtspräsident sprach in der Urteilsbegründung von grobfahrlässigem Verhalten. Das Gericht gehe davon aus, dass er angesichts der tragischen Folgen realisiert habe, dass es so nicht weitergehen könne. «Wir hoffen alle, dass dies ein Schlusspunkt war und Sie der Gesellschaft einen Gefallen erweisen und auf das Autofahren verzichten», sagte der Vorsitzende.

SDA/amu

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