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Berg gebiert Maus

Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann hat sich endlich zur Zukunft der Basler Museen geäussert. Die Strategie ist das Papier nicht wert.

Christoph Heim
Lange erwartet: Viel Neues präsentierte Elisabeth Ackermann bei ihrem Auftritt nicht.
Lange erwartet: Viel Neues präsentierte Elisabeth Ackermann bei ihrem Auftritt nicht.
Keystone

Eine mutlose und ungemein konservative Museumsstrategie hat Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann am Mittwoch vorgelegt. Um es kurz zu machen: Es soll alles bleiben, wie es ist. Der Handlungsbedarf ist gleich null. Von Krise wollen wir nicht reden. Und wo es Problemchen gibt, da braucht es einfach mehr Geld. Beruhigend für uns ist, dass dann, wenn es mehr Geld braucht, der Grosse Rat nochmals zum Zuge kommt. Denn die Strategie ist ihr Papier nicht wert.

Die wichtigsten Punkte: Das Naturhistorische Museum soll ins St. Johann umziehen. Bevor das Geschäft aber vor den Grossen Rat kommt, muss die Regierung noch darüber entscheiden, ob das Antikenmuseum oder das Historische Museum den Berri-Bau übernimmt. Das führte zu einer klassisch paradoxen Kommunikation: Damit man begründen kann, warum die Dinosaurier aus dem Berri-Bau ausziehen, muss Ackermann seine Qualitäten kleinreden. Damit man erklären kann, warum der Münsterschatz oder die ägyptischen Sarkophage einziehen sollen, betont sie seine Pracht und Funktionalität für den Museumsbetrieb.

Mehr Autonomie?

Zum Zweiten werden die Museumsdirektoren damit geködert, dass sie in Zukunft nicht jedes Jahr ein neues Globalbudget erstellen müssen, sondern nur noch alle vier Jahre. Das soll die Autonomie der Museen erhöhen, da sie nun frei das im einen Jahr Ersparte (sofern sie das haben) als Guthaben ins nächste oder übernächste Jahr nehmen können. Weil sie aber auf der anderen Seite weiterhin dreimal im Jahr mit allen wichtigen Fragen in der Kulturabteilung antraben sollen, wird die Autonomie im Moment, in dem sie versprochen, auch schon wieder gestrichen. Der Staat will die Zügel nicht lockern, geschweige denn über Stiftungslösungen nachdenken.

Die Autonomie wird versprochen und im gleichen Moment wieder gestrichen.

Zum Dritten sollen alle staatlichen Museen umfassenden Betriebsanalyse unterworfen werden, die aufzeigen sollen, wo zusätzlicher Finanzbedarf besteht. Dass diese Betriebsanalysen, die von externen Spezialisten gemacht werden und den Finanzbedarf der Häuser ausloten sollen, nicht alle im nächsten Jahr vorgenommen werden, begründet Ackermann damit, dass die Kulturabteilung damit überfordert sei. Dabei machen ja Externe die Arbeit.

Keine Relevanz

Zum Vierten wird das Sportmuseum zum Abschuss freigegeben. Gleichzeitig werden die Finanzprobleme des Architekturmuseums anerkannt. Dabei gibt diese Strategie in keinem wirklich relevanten Punkt ein Commitment ab, so dass man sagen kann: Der Vorhang zu und alle ­Fragen offen.

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