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Auch Christoph Brutschin geht

Der Basler SP-Regierungsrat verzichtet auf eine Kandidatur bei den Gesamterneuerungswahlen vom 25. Oktober. Somit muss die SP zwei ihrer bisher drei Exekutivsitze neu besetzen.

Christoph Brutschin leitet das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt seit 2009. Foto: Lucia Hunziker
Christoph Brutschin leitet das Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt seit 2009. Foto: Lucia Hunziker
Keystone

Regierungsrat Christoph Brutschin wird wie sein Regierungskollege Hans-Peter Wessels bei den Basler Gesamterneuerungswahlen vom kommenden 25.Oktober nicht mehr antreten. Am Dienstag hat er seine Kollegen an der ordentlichen Sitzung über seinen Entscheid orientiert. Die Öffentlichkeit hat es über die wöchentlichen Informationen aus der Regierung erfahren.

Mit dem 61-jährigen Sozialdemokraten wird in einem Jahr ein Politiker die Baselbieter Exekutive verlassen, der deren Arbeit in den vergangenen elfJahren überdurchschnittlich stark geprägt hat.

Als Vorsteher des 2008 neu geschaffenen Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) hat der Betriebsökonom eine wirtschaftsnahe Standortpolitik betrieben, ohne dabei seine sozialdemokratischen Grundsätze über Bord zu werfen. Ausserhalb seines Kantons hat Brutschin als Präsident der kantonalen Volkswirtschaftsdirektorenkonferenz (VDK) gewirkt.

Basel-Stadt hat Brutschin auch sein fortschrittliches Energiegesetz zu verdanken, das er schon vor der heutigen Sorge ums Klima durchgesetzt hat. Im sozialen Bereich hat der frühere KV-Rektor durchgesetzt, dass die einkommensschwachen Teile der Bevölkerung von ordentlichen Prämienverbilligungen bei den Krankenkassenbeiträgen profitieren.

Der Volkswirtschaftsvertreter ist auch stets für genossenschaftliches Wohnen eingetreten. Je gleichmässiger die Einkommen gestreut sind, desto besser läuft die Wirtschaft: So hat er es einst zu Protokoll gegeben.

Offene Nachfolge

Ob sich auch Brutschins Nachfolger oder Nachfolgerin an seinem Profil orientieren wird, ist offen. Tendenziell stehen die möglichen Kandidatinnen und Kandidaten eher etwas weiter links. Die Basler Sozialdemokraten werden mit einer Doppelvakanz in die Regierungsratswahlen im kommenden Herbst gehen. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, Kandidaturen sowohl von Frauen als auch von Männern zu prüfen.

Die Partei scheint bereits bestens darauf vorbereitet zu sein. SP-Präsident Pascal Pfister sagt im Gespräch mit der BaZ: «Wir sind personell sehr gut aufgestellt und verfügen über ein breites Kandidatenfeld.» Tatsächlich wird die Basis der Sozialdemokraten die Qual der Wahl haben. Viele bekannte und erfahrene Politiker stehen bereit.

So zum Beispiel Sarah Wyss: «Ich bin bereit», sagte sie. Die 31-jährige Geschäftsführerin der Stiftung Selbsthilfe Schweiz sitzt seit 2013 im Grossen Rat und will auch nach ihrer zweiten knappen Nicht-Wahl in den Nationalrat nicht klein beigeben.

Tatsächlich stehen ihre Chancen nicht nur wegen ihres politischen Lebenslaufs gut, sondern auch wegen des Frauen-Bonus. Die Partei, die sich die Frauenförderung gross auf die Fahne geschrieben hat, wird wahrscheinlich mindestens eine Frau ins Rennen um die vakanten Sitze schicken.

Wyss’ Konkurrentin bei der parteiinternen Wahl dürfte wohl Vize-Präsidentin und Grossrätin Kerstin Wenk (49) sein. Die Gewerkschafterin, die seit bald neun Jahren im Kantonsparlament sitzt, könnte bei der Basis gut ankommen.

Immer wieder taucht auch der Name Beatriz Greuter auf. Die ehemalige Fraktionschefin und Direktorin der Hirslanden-Klinik ist aber erst Ende letzten Jahres aus beruflichen Gründen aus dem Grossen Rat zurückgetreten– wie Brutschin, der bei seiner Wahl auch bereits aus dem Grossen Rat ausgeschieden war.

Sutter mit besten Chancen

Bei den Männern dürfte Grossrat Kaspar Sutter die besten Chancen haben. Der 44-jährige Ökonom gilt als politischer Ziehsohn der Neo-Ständerätin Eva Herzog, war er doch viele Jahre lang als Generalsekretär ihre rechte Hand, bis er der Verwaltung den Rücken kehrte, um für den Grossen Rat zu kandidieren. Er hat bereits sein Interesse für einen Sitz in der Regierung bekundet.

Auch Nationalrat Beat Jans hat seine Ambitionen angemeldet. Der selbstständige Berater und Hausmann ist nicht nur im Kanton ein politisches Schwergewicht. Seit 2015 ist er Vize-Präsident der SP Schweiz und gilt in seiner Fraktion als angesehener Umwelt- und Wirtschaftsexperte. Auch als ambitionierter Medienkritiker machte sich Jans einen Namen – vor allem mit seinem Widerstand gegen die frühere BaZ.

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