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Basler Polizistin zieht sich aus – zu Aufklärungszwecken

Auf diese Weise soll vermittelt werden, dass unter der Vollmontur ganz normale Menschen stecken.

Die Polizistin legt Schicht für Schicht ihre Rüstung an – 26,3 Kilogramm insgesamt. Quelle: Facebook/Kantonspolizei BS

Es braucht schon einiges an Mut, sich als Polizistin in Unterwäsche der Öffentlichkeit zu zeigen. Eine Basler Ordnungsbeamtin hat es gewagt und wirkte dabei alles andere als eingeschüchtert. Sie ist Protagonistin des neusten Social-Media-Videos der Kantonspolizei. Der Beitrag soll vorführen, wie schwer so eine Vollmontur wiegt, unter denen die Polizisten jeweils an FCB-Spielen und Demonstrationen zu sehen sind. Ganz schön viel, wie das Video zeigt: Zuerst ist die Frau nur in Unterwäsche zu sehen. Dann kommen T-Shirt (0,1 kg), Hosen (0,8 kg), Schuhe (1,4 kg), Beinschutz (1,1 kg), Waffengurt (3,2k kg), Schutzmaske (1,9 kg), Jacke (0,5 kg), Schutzweste (10,2 kg), Helm (2,0 kg) und Schild (5,1 kg) dazu. Die gesamte Ausrüstung wiegt 26,3 Kilogramm.

Obwohl die Unterwäsche, in der die Polizistin anfangs zu sehen ist, weder aufreizend noch besonders knapp ist, ist es ein ein gewisses Risiko, sich so zu zeigen. Sie könnte wiedererkannt und deshalb angepöbelt werden. «Die Kantonspolizei klärt ihre Mitarbeitenden auf, bevor ein Beitrag gefilmt wird», sagt Mediensprecher Toprak Yerguz dazu. Man achte darauf, dass nur Personen zu sehen seien, die kein Problem damit hätten, in der Öffentlichkeit zu stehen.

Polizei steht auf Challenges

Das Video stösst in den Sozialen Medien jedenfalls auf Begeisterung. Aus der Politik hingegen gibt es sanfte Kritik: «Es ist positiv, dass die Kantonspolizei mit dem Filmchen aufzeigt, was Polizisten und Polizistinnen leisten», sagt etwa Basta-Grossrätin Tonja Zürcher. «Dafür wäre es aber nicht nötig gewesen, die Polizistin in Unterwäsche zu zeigen.» Ausserdem frage sie sich, weshalb eine Frau dafür ausgesucht wurde, wo doch die Mehrheit der Polizei noch immer männlich sei. «Diese Frage haben wir uns erst gar nicht gestellt. Es geht im Video um die Ausrüstung und diese tragen sowohl Mann und Frau», sagt Toprak Yerguz dazu.

Es ist nicht der erste Beitrag der Basler Kantonspolizei dieser Art. Im Dezember erst machten die Ordnungsbeamten bei der sogenannten «Git up Challenge» mit und boten eine kurze Tanzeinlage. Auch der «Tetris Challenge» stellten sie sich und drapierten sämtliche Gegenstände, die sich in einem Polizeiauto befinden, ordentlich auf dem Boden. Immer mit einem attraktiven Bild oder Video auf Facebook.

Es scheint ganz so, als wolle die Basler Kantonspolizei eine bessere Bindung zur jungen Bevölkerung schaffen, die sich in diesen Netzwerken tummelt. «Nicht nur die Jungen», sagt Mediensprecher Toprak Yerguz. «Wir versuchen, damit die ganze Bevölkerung anzusprechen.» So könne man den Leuten einen Eindruck vom Polizeialltag vermitteln.

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