Basler Luchs ist ein Weibchen

Vorerst bleibt die Katze im Tierpark. Was danach mit ihr passiert, ist noch unklar.

Im Tierpark Lange Erlen leben auch andere Luchse. Von diesen muss das Basler Luchs-Weibchen aber noch ferngehalten werden, da noch nicht klar ist ob sie übertragbare Krankheiten hat.

Im Tierpark Lange Erlen leben auch andere Luchse. Von diesen muss das Basler Luchs-Weibchen aber noch ferngehalten werden, da noch nicht klar ist ob sie übertragbare Krankheiten hat.

(Bild: Roland Schmid)

Martin Regenass

Bei dem Luchs, den die Feuerwehr vor zwei Wochen im Gundeli gefangen hat, handelt es sich um ein weibliches Tier. Dies ergaben medizinische Untersuchungen an der Raubkatze vom letzten Montag. Die Raubkatze befindet sich weiterhin in Obhut des Tierparks Lange Erlen. Sie zeigt laut Tierparkleiter Bruno Ris bis jetzt keine «gesundheitlichen Auffälligkeiten». «Um über den genauen Gesundheitszustand Bescheid zu wissen, müssen wir allerdings noch die Resultate diverser Blutuntersuchungen abwarten», sagt Ris. Die Suche nach einem allfällig implantierten Chip sei aber negativ ausgefallen. Ris: «Das bedeutet, dass es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um ein reines Wildtier handelt und es nicht einem privaten Besitzer gehört.»

Dass das Luchs-Weibchen noch lebt, dürfte auch mit Glück zusammenhängen. Laut Ris übersteht ein Grossteil der Jungluchse die ersten Lebensjahre nicht. Geboren wurde die Katze Ende letzten Mai oder Anfang Juni. «Jungluchse verhungern oft früher oder später, weil sie kein Revier finden, in dem sie Fuss fassen können.» In der Schweiz gebe es rund 120 Luchse. Im Jura, wo sie verbreitet sind und woher der Basler Luchs wohl kam, sei die Obergrenze der Population erreicht. «Weil alle Reviere besetzt sind, haben junge Luchse die Tendenz, weiterzuwandern.» Das sei wohl der Grund, weshalb das Tier in der Stadt gelandet sei. «Es hat die Mutter wahrscheinlich verloren, ist orientierungslos auf Wanderschaft gegangen und hat sich dummerweise in die Stadt verirrt.» Dass der Hunger die Wildkatze in die Stadt getrieben hat, ist nach Ris wohl eher unwahrscheinlich.

Besucher bleiben aussen vor

Besucher des Tierparks bekommen das Tier allerdings nicht zu Gesicht. Die Wildkatze befindet sich weiterhin in Quarantäne und hat ein abgeschirmtes Aussengehege für den Auslauf. «Sie ist stressanfällig und wir wollen sie nicht weiteren Beeinträchtigungen aussetzen», sagt Ris. Da noch nicht klar sei, ob das Tier übertragbare Krankheiten hat, könne es auch nicht mit den anderen Luchsen des Tierparks sozialisiert werden. «Zudem zeigen sich diesbezüg- liche Versuche als wenig erfolgreich, da sich in Freiheit geborene Luchse nur schwer an Gefangenschaft gewöhnen.»

Was mit dem Tier schliesslich passieren wird, entscheidet alleine die Jagdpolizei Basel-Stadt des Justiz- und Sicherheitsdepartements. Möglich ist der Verbleib im Tierpark, die Auswilderung oder das Tier einzuschläfern. Bei der Jagdpolizei heisst es, dass es noch zu früh sei, um über das weitere Vor- gehen Auskunft zu geben. Polizeisprecher Andreas Knuchel: «Vorerst bleibt das Tier in den Langen Erlen.»

Basler Zeitung

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