Basler FDP: Kiffer- und Fixerpartei

Crack bei Aldi, beim Grossverteiler Coop eine Aktion auf Heroin und Koks gibts bei der Migros, inklusive Cumuluspunkten.

Gerade bei synthetischen Drogen steht die Gefahr für Dritte im Vordergrund.

Gerade bei synthetischen Drogen steht die Gefahr für Dritte im Vordergrund.

(Bild: Keystone)

Markus Melzl

Sämtliche Vorhaben der letzten Jahre zur Legalisierung von Haschisch wurden vom Schweizer Stimmvolk klar und deutlich abgelehnt. In der aktuellen Herbstsession scheiterten die Grünen im Nationalrat mit ihrer Initiative zu einem Hanfgesetz und lediglich ein paar wissenschaftliche Studien sollen bewilligt werden. Wie das Schweizer Volk zu dieser Frage steht, dürfte somit klar sein. Ausser für die Basler FDP.

Auf der Jagd nach dem verlorenen Nationalratssitz muss der Basler Freisinn dermassen verzweifelt sein, dass man sich im rot-grünen Basel den Einzug ins Bundesparlament erträumt, indem man die vollständige Drogenfreigabe ohne jegliche Registrierungspflicht propagiert. Nach Haschisch für alle nun die gesamte Rauschgiftpalette für jedermann: Crack bei Aldi, beim Grossverteiler Coop eine Aktion auf Heroin und Koks gibts bei der Migros, inklusive Cumuluspunkten.

Da sich das hiesige Klima schlecht für den Anbau von Schlafmohn zur Heroingewinnung oder für das Gedeihen des Kokastrauches eignet, müssten Agrarkooperationen in Südamerika, im Goldenen Dreieck Myanmar, Thailand, Laos oder in Afghanistan geknüpft werden. Da in den Anbaugebieten zum Teil korrupte Polizei- und Militäreinheiten die Drogenkartelle bekämpfen oder wahlweise mit diesen kooperieren, können die Basler FDP-Granden froh sein, dass letztes Wochenende der Souverän die Fair-Food-Initiative verworfen hat. Ansonsten hätte sich die Überprüfung zur Einhaltung von Schweizer Standards auf den afghanischen Mohnfeldern oder den kolumbianischen Kokaplantagen sehr anspruchsvoll und lebensbedrohlich gestaltet.

Schliesslich noch etwas zum Recht auf Rausch und selbstschädigendes Verhalten. Es trifft zu, dass es jedermann freistehen sollte, vom Dach eines Hochhauses zu springen oder sich zu Tode zu saufen. Gerade bei den synthetischen Drogen wie Crack oder Crystal Meth steht aber nicht nur die selbstzerstörerische Komponente im Vordergrund, sondern auch die Gefahr für Dritte.

Als junger Kriminalist verdiente ich meine ersten Sporen im Kriminaldienst als Rauschgiftermittler beim Betäubungsmitteldezernat der Basler Staatsanwaltschaft ab. In dieser Zeit Ende der 70er-Jahre waren auch in unserer Region viele Personen LSD-Konsumenten und von diesen ging durchwegs ein Gewaltpotenzial gegenüber Drittpersonen aus. Ich selbst erlebte einen heftigen Messerangriff auf einen Polizeikameraden durch einen Drogensüchtigen im LSD-Rausch.

Und zur FDP-Aussage bezüglich «Recht auf selbstschädigendes Verhalten» sehe man sich doch ein paar Youtube-Filmchen unter dem Suchbegriff «Drug violence» an. Wer argumentiert, Drogen müssen liberalisiert werden, weil deren Bekämpfung nicht erfolgreich verläuft, verkennt den Grundsatz der Rechtslehre. Nur weil gewisse Deliktkategorien nicht rückläufig sind oder gar steigen, darf dies nie zum Anlass genommen werden, entsprechende Gesetzesartikel zu streichen.

Einer solchen Logik folgend müsste sonst ein Grossteil der Strafbestimmungen im Strassenverkehrsgesetz gestrichen werden. Vielleicht gelingt es der Basler FDP ja mit ihrem Drogen-Hokuspokus und der Unterstützung von Rot-Grün sowie den ortsansässigen Rauschgiftsüchtigen, einen Nationalratssitz zu ergattern. Na dann Prost…. ääh, gut Schuss.

Markus Melzl ist ehemaliger Kriminalkommissär und Sprecher der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt.

Basler Zeitung

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