Trotz Klimanotstand: Neue Sportevents sollen mehr Touristen anlocken

Noch mehr Gäste aus aller Welt sollen künftig nach Basel fliegen, um hier Sportveranstaltungen mitzuverfolgen. Das will die Basler Regierung.

Die Welt soll vermehrt nach Basel blicken – und im Idealfall gleich selbst nach Basel fliegen und in den hiesigen Hotels übernachten.

Die Welt soll vermehrt nach Basel blicken – und im Idealfall gleich selbst nach Basel fliegen und in den hiesigen Hotels übernachten.

(Bild: Nicole Pont)

Die Basler Regierung will die Ausstrahlung Basels als Sportstadt stärken. Sie beantragt dem Grossen Rat einen Kredit von zwei Millionen Franken, um zwischen 2021 und 2024 zusätzliche Grossanlässe anzulocken.

Basel beherbergt mit den Swiss Indoors, dem CSI, Basel Head und den Badminton Swiss Open vier regelmässige Sport-Grossanlässe. Doch die Regierung will mehr, wie sie am Dienstag bekanntgab. Sie will «das gute Image von Basel als Sportstadt» weiter stärken. Und mit zusätzlichen Grossanlässen den Namen der Stadt noch mehr in die Welt hinaustragen sowie «tausende von zusätzlichen» Hotelübernachtungen generieren. Während der Curling-WM 2016 war «Basel» gemäss Mitteilung der Regierung während rund 150 Stunden auf den Bildschirmen erkennbar, was durch Werbung über sieben Millionen Franken gekostet hätte. Die Badminton-WM 2019 habe zudem über 10‘000 Hotelübernachtungen generiert.

Als positive Beispiele nennt die Regierung die Badminton-Weltmeisterschaften von diesem Jahr und die Curling-Weltmeisterschaften von 2016, die überdies grosse Volksfeste gewesen seien. Mit der renovierten St. Jakobshalle stehe eine «bestens geeignete» Infrastruktur zur Verfügung, die es nun zu nutzen gelte.

Klimanotstand kein Thema

Bislang bedienten sich das Standortmarketing und das Sportamt für ihre Akquisitionsbemühungen aus dem Swisslos-Sportfonds. Dieser soll aber in erster Linie für kleinere und mittlere Sportanlässe zur Verfügung stehen. Deshalb beantragt die Regierung dem Grossen Rat einen Rahmenausgabebewilligung von zwei Millionen Franken, um bis 2024 zwei bis drei zusätzliche Europa- oder Weltmeisterschaften nach Basel zu holen. Thomas Mächler, Leiter Jugend, Familie und Sport beim Basler Erziehungsdepartement denkt dabei an beispielsweise an eine Fecht-WM oder eine Handball-EM der Frauen.

Die Basler Regierung will also mehr Sportler, Funktionäre, Sportfans und indirekt damit auch Touristen aus aller Welt anlocken, obwohl der Grosse Rat im vergangenen Februar den Klimanotstand ausgerufen hatte. Für Mächler ist das kein Widerspruch: «Diese Sport-Events finden sowieso statt. Wenn nicht in Basel, dann halt irgendwo sonst.»

Nun muss der Grosse Rat entscheiden, ob er die Strategie der links-grünen Regierung trotz Klimanotstand durchwinken will. Politik sei nicht immer rational, sagt Mächler. Diese Sportveranstaltungen, die der Kanton im Auge hat, seien keine Klimakiller: «Wir wollen ja keine Autorennen durchführen!»

amu/sda

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