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Basel erwägt Waffenvernichtung

Zug hat es vorgemacht: innerhalb weniger Tage wurden dort 440 Waffen bei der Polizei abgegeben - auch illegale. Basel zieht vielleicht nach mit dem Unschädlichmachen von Waffen aller Art.

Ende Oktober hat die Zuger Polizei die Bevölkerung dazu aufgerufen, die Waffen aus ihren Kellern und Kleiderschränken freiwillig der Polizei abzugeben. Die Aktion war ein voller Erfolg: 188 Einwohner brachten innert zweier Tage insgesamt 364 Waffen. Pistolen, Bajonette, Karabiner, Sturm- und Jagdgewehre – sogar eine Kalaschnikow, ein Säbel und ein altes Schwert konnte die Polizei entgegennehmen.

Im Verlauf der letzten Woche wurden es noch mehr: 440 Waffen, darunter auch drei illegale Messer, die nun von der Polizei kostenlos und fachgerecht entsorgt werden. «Im Hinblick auf das neue Waffengesetz, welches 2009 in Kraft tritt, wollten wir dem Bürger diese Verwaltungsdienstleistung anbieten», sagt Joe Müller, Präventionsbeauftragter der Zuger Polizei. Indem die Leute ihre ungebrauchten Waffen abgeben, brauchen sie sich auch nicht darum zu kümmern, ob nach neuem Gesetz ein Waffenerwerbsschein verlangt wird.

Sicherheit hat Priorität

Die Waffenabgabe bei der Polizei ist grundsätzlich nichts Neues, die Möglichkeit dazu besteht schon lange. Bis zu dem Aufruf machten die Leute aber nur selten davon Gebrauch. Wer in Zug eine illegale Waffe ablieferte, musste sich nicht vor einer Strafverfolgung fürchten. Die drei illegalen Messer wurden lediglich entgegengenommen, registriert und entsorgt. «Dass solche Waffen aus dem Verkehr gezogen werden, steht für uns im Vordergrund», sagt Müller. Bereits haben zwei Zentralschweizer Kantone Interesse an dem Zuger Konzept gezeigt.

Auch die Basler Polizei bestätigt, dass sie eine vergleichbare Aktion diskutiert: «Wir überlegen, ob wir in nächster Zeit einen Aufruf starten», sagt Klaus Mannhart, Sprecher des Sicherheitsdepartements. Der Vorteil dieser Art der Entsorgung: Die Polizei garantiert die Vernichtung der Waffen. «Gibt man eine Waffe im Geschäft ab, kann sie wieder in den Handel gelangen», gibt Müller zu bedenken.

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