Tropeninstitut zieht nach Allschwil

Das Schweizerische Tropen- und Public-Health-Institut (Swiss TPH) will definitiv von Basel ins Baselbiet ziehen: Auf dem Bachgraben-Areal in Allschwil soll für das Swiss THP ein Neubau erstellt werden.

Auf ins Baselland: Das Tropeninstitut an der Socinstrasse 57 zügelt.

Auf ins Baselland: Das Tropeninstitut an der Socinstrasse 57 zügelt.

(Bild: David Haas)

Der Neubau soll voraussichtlich 2019 bezogen werden, wie die Regierungen beider Basel am Mittwoch mitteilten. Untergebracht werden sollen im Gebäude rund 490 in Basel tätige Mitarbeiter des Instituts, das weltweit rund 700 Angestellte zählt.

Das Bachgraben-Areal in Allschwil, auf dem ein Forschungs-, Innovations- und Wirtschaftscluster entsteht, stand schon im vergangenen Jahr als neuer Standort für das Swiss TPH zur Diskussion. Die Kosten für den Neubau wurden damals auf rund 90 Millionen Franken geschätzt.

Derzeit ist das Institut noch an der Socinstrasse in einem Basler Wohnquartier domiziliert. Die Mitarbeitenden und Studierenden des in den vergangenen Jahren stark gewachsenen Instituts verteilen sich auf acht Liegenschaften und sollen künftig unter einem Dach arbeiten.

Baselland als neuer Mitträger

Mit dem Umzug des weltweit renommierten Instituts ins Baselbiet verbunden ist auch eine neue Trägerschaft: Nach dem Vorbild der Universität Basel soll auch der Kanton Baselland Mitträger des Swiss TPH werden und sich damit künftig direkt an dessen Finanzierung beteiligen.

Vorgesehen ist, dass die beiden Basel das Institut ab 2017 jährlich mit einem Globalbeitrag von 7,2 Millionen Franken unterstützen. Basel-Stadt und Baselland sollen davon je die Hälfte tragen.

Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich ist zuversichtlich, dass er für den Staatsvertrag, der für die Mitträgerschaft nötig ist, im Landrat eine klare Mehrheit findet, da es sich bei Swiss THP um einen «Leuchtturm» handle. Als Wirtschaftsstandort habe Baselland nur dann eine Perspektive, wenn der Kanton auch als Standort für die Forschung stark sei, sagte Wüthrich auf Anfrage der sda.

Die Zustimmung zum Staatsvertrag werde allerdings Überzeugungsarbeit erfordern, räumte Wüthrich ein - partnerschaftliche Projekte mit dem Kanton Basel-Stadt stossen in Baselland immer wieder auf Kritik vorab im bürgerlichen Lager. So hat die SVP erst kürzlich im Landrat eine Motion eingereicht, in der sie die Kündigung des Uni-Vertrags verlangt.

Mehr Geld vom Bund

Die neue Trägerschaft soll dem Tropeninstitut nicht nur zu einem Globalbeitrag der beiden Basel verhelfen. Sie sei auch Voraussetzung für eine verstärkte Mitfinanzierung durch den Bund, heisst es in der Mitteilung.

Aktuell verfügt das öffentlich-rechtliche Institut über ein Jahresbudget von rund 72 Millionen Franken. 17 Prozent davon trägt die öffentliche Hand. Das Swiss TPH ist eine der führenden Institutionen der Schweiz in Public und Global Health.

sa/sda

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