Ein Fortschritt für Novartis

Zulassung in den USA für erste Gentherapie im Kampf gegen Krebs. Analysten reagieren unterschiedlich.

Heikle Prozedur: Zellen eines Patienten treffen bei Novartis in Morris Plains (New Jersey) ein.

Heikle Prozedur: Zellen eines Patienten treffen bei Novartis in Morris Plains (New Jersey) ein.

(Bild: Brent Stirton for Novartis/Verbatim Agency)

Emily. Immer wieder Emily. Der Name der ersten Patientin, die mit der am Mittwochabend von der US-Gesundheitsbehörde FDA als erste Gentherapie zugelassenen CAR-T-Methode geheilt geworden ist, fällt immer wieder, wenn über diese neue Behandlungsmethode gesprochen wird: Vor rund fünf Jahren wurde das an ALL (Akuter Lymphatischer Leukämie) lebensgefährlich erkrankte Mädchen mit den veränderten T-Zellen an der Universität von Pennsylvania behandelt. Medienberichten zufolge waren die Nebenwirkungen so gravierend, dass das damals Sechsjährige fast ums Leben kam. Doch an ihrem siebten Geburtstag erwachte Emily aus dem Koma und war krebsfrei.

Der Ansatz, eigene T-Zellen ausserhalb des Körpers neu zu programmieren, diese wieder zu injizieren und damit in den Kampf gegen Krebszellen zu schicken, rettete das Leben von Emiliy. Seit Mittwochabend hat die Therapie den Status in den USA, im Kampf gegen die Leukämieform bei Patienten bis 25 Jahren angewendet zu werden. Novartis-Chef Joseph Jimenez sprach während einer Telefonkonferenz mit Journalisten angesichts der Zulassung der Kymriah genannten Therapie von einem historischen Schritt im Kampf gegen Krebs.

Der Preis für die einmalige Zelltherapie beläuft sich auf 475'000 Dollar. Wenn die Therapie nach einem Monat keine Wirkung zeigt, sollen den Patienten keine Kosten entstehen, sagte Jimenez. Die Zahl der möglichen Patienten für die Behandlung liegt jährlich bei 600, wie Jimenez sagte.

20 Zentren in den USA

Eingesetzt wird die Therapie nur in 20 spezialisierten Behandlungszentren in den USA. Weitere zwölf dieser Zentren sollen bis Jahresende hinzukommen. Hergestellt werden die Patienten-T-Zellen im US-Bundesstaat New Jersey. Novartis stelle auch unterversicherten und nicht versicherten Patienten die Behandlung in Aussicht, wie Jimenez sagte.

Die Analysten reagierten unterschiedlich auf die Zulassung: Die Bank Vontobel zeigte sich zurückhaltend zu den kommerziellen Erwartungen, rechnet jedoch mit weiteren Einsatzmöglichkeiten. Die Zürcher Kantonalbank sprach von bahnbrechenden Nachrichten mit positiven Impulsen für den Aktienkurs. Der legte gestern bis zum Handelsschluss um zwei Prozent zu und die Novartis-Aktie schloss bei 80.90 Franken je Titel.

Basler Zeitung

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