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Bargeldstopp nach Überfällen: Kantonalbank erhöht Sicherheit

Zweimal Oberdorf, einmal Breitenbach – mehrmals in den letzten Monaten haben Räuber Geld in Filialen der Basellandschaftlichen Kantonalbank erpresst. Jetzt zieht die Bank die Konsequenzen.

Die Strafverfolgungsbehörden veröffentlichten Fahndungsfotos zum Bankräuber in Oberdorf.
Die Strafverfolgungsbehörden veröffentlichten Fahndungsfotos zum Bankräuber in Oberdorf.

Dreimal wurden in den letzten Monaten Filialen der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB) überfallen. Zweimal traf es die Filiale in Oberdorf, einmal diejenige im solothurnischen Breitenbach. Jedes Mal traten die bewaffneten Räuber vor den Schalter und verlangten Geld.

Die Bank hat nun Massnahmen getroffen, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Sie verzichtet in ihren Filialen in Breitenbach und Ettingen auf die Möglichkeit, am Schalter Geld zu beziehen. Zudem lässt sie in denjenigen Zweigstellen, wo der Bezug am Schalter weiter möglich ist, Securitas-Personal patrouillieren.

Aussergewöhnliche Kadenz

«Drei Überfälle in nur einem Jahr ist aussergewöhnlich», sagt BLKB-­Sprecherin Monika Dunant. Es ging am 15. April los: Ein schwarz gekleideter Mann mit einer Mütze über dem Kopf und mit einer Pistole bewaffnet, verlangte am Schalter in Oberdorf Bargeld. Er entkam mit mehreren Tausend Franken.

Am 2. August fast dasselbe: Ein Mann mit einem schwarzen Motorradhelm auf dem Kopf erbeutete in der Filiale Oberdorf nochmals mehrere Tausend Franken. Mutmasslich handelte es sich um denselben Täter, wie heute bekannt ist. Die Baselbieter Polizei setzte zuerst 5000 Franken aus für Hinweise, die zur Festnahme des Flüchtigen führen sollten. Die BLKB er­höhte diesen Betrag später auf 25000 Franken. Es funktionierte: Mitte September meldete die Staatsanwaltschaft die Festnahme eines Mannes, der dringend verdächtigt wird, die beiden Überfälle begangen zu haben.

Bevölkerung um Mithilfe gebeten

Noch nicht gefasst ist der Bankräuber, der am 17. Oktober die Filiale in Breitenbach überfiel. Die Strafverfolgungsbehörden veröffentlichten am Tag nach dem Überfall ein Fahndungsfoto und baten die Bevölkerung um Mithilfe.

Die Basellandschaftliche Kantonalbank informierte ihre Kunden nun per Schreiben über die getroffenen Sicherheitsmassnahmen, wie «20 Minuten» berichtete. Wie das eingesetzte ­Securitas-Personal ausgerüstet ist, will Sprecherin Dunant nicht sagen. «Dieses Personal soll potenzielle Täter abschrecken und den Kunden und den Angestellten Sicherheit vermitteln.» In Breitenbach und Ettingen sei im Rahmen der Filialumbauten sowieso vorgesehen gewesen, das Angebot für Bargeldbezug am Schalter aufzuheben, sagt Dunant weiter. Das ziehe man nun einfach vor.

Weniger attraktiv für Betagte

Geld am Schalter beziehen heute noch überdurchschnittlich oft Leute älteren Jahrgangs, die den Umgang mit Bancomaten scheuen. «Ältere Menschen fühlen sich beim Bezug am Bancomaten nicht sicher genug», sagt ­Michael Harr, Geschäftsleiter von Pro Senectute beider Basel. Zudem sei es für viele von ihnen ein Problem, dass immer mehr Vorgänge im Alltag automatisiert würden. «Es gibt einen Trend zu immer weniger Gelegenheiten, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, und das ist vor allem für einsame Leute schwierig», so Harr.

Monika Dunant von der Basellandschaftlichen Kantonalbank sichert aber Hilfe zu, wenn Bankkunden nicht mehr am Schalter Bargeld beziehen können. «In den Filialen hilft unser Personal gerne beim Bedienen des Bancomaten. Zudem kann man sich Bargeld auch per Post nach Hause liefern lassen.»

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