Auf dem Floss im Fluss mit allem und allen

Ein Promi-Apero am Rheinbord mit dem neuen Freund Guy und fast ohne SP-Leute, obwohl es in der Nähe genügend Veloparkplätze gehabt hätte.

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Der Im-Fluss-­Aperitif ist gerade eine halbe Stunde alt, das macht zwei Gläser Weisswein und fünfzehnmal «Sali, au do». 250 Leute sind gekommen und machen 100 Meter Kleinbasler Rheinufer zu einem angenehm trunkenen Schiff, das auf eine kleine Kreuzfahrt geht in die seichten Gewässer der leichten Unterhaltung, der Gerüchte, des Klatsches und manchmal auch des wirklichen Lebens.

Man kennt das; die haben sich getrennt, sie nennt ihren Ex nur noch Mr. Idiot, der wird gerade fast gepfändet und muss jetzt wohl seinen Siegelring ins Pfandhaus bringen, und von der BaZ wird er auch grad noch fertiggemacht. Besser also nicht in die Nähe von Sibel Arslan kommen, die das alles ja kennt und die ganz hinten in der Ecke bei Guy Morin steht.

Frieden geschlossen

Herr Morin wird später noch zu Guy, er ist jetzt mein Freund sozusagen, weil es ihn wirklich verletzt hat, was ich über ihn geschrieben habe, nachdem er uns mit seinem Anzug in Madrid ja auch verletzt hat und so weiter. Wir haben dann, so gut er konnte, mit einem Männerhändedruck Frieden geschlossen, und ich nenne ihn jetzt Guy, und er sagt, wie wichtig es ihm sei, für ihn persönlich zwischen Person und Amt einen gangbaren Mittelweg zu finden. Ich will ihm wegen dieses Mittesuchens unverzüglich Sanja Ristic vorstellen, die gerade noch da war und die unter anderem auch Poweryoga-Kurse gibt, aber Sanja ist gerade am Plaudern, weil sie viel zu erzählen hat, weil sie viel macht (Schmuck, Tanz, Regie) und seit einem Jahr wieder in Basel ist und nicht weiss, ob das hier bitchy ist oder rocky.

Mein Freund Guy geht dann, und ich steh da, ah, da ist ja Nationalrat Markus Lehmann, der Wasser trinkt, immerhin mit Kohlensäure, und ich frage ihn, wie das so sei, wenn man bald nicht mehr NR ist. Dann werd ich Regierungspräsident, sagt er, ich hab auch schon Turnschuhe gekauft. Weiter hinten steht Conradin Cramer, der ja vielleicht tatsächlich bald Regierungsrat werden, weil Eymann ersetzen könnte. Neben ihm steht der unverwüstliche Mr. Kleinbasel und Berufsmatrose André Auderset, zu dessen vielen Talenten auch das zählt, sein Bötchen mit einem Schiff zu verbinden, um besser durch die Fluten der Politik zu schaukeln.

Das erotische Alibi der SP

Frau Tanja Soland ist auch da, sieht aus wie das ultimative, mit dem Charme des Intellekts bekleidete erotische Alibi der SP heute Abend. Ja, genau, was ist denn mit der SP los, wo sind die denn, die kommen doch sonst immer, wenn es Veloparkplätze in der Nähe gibt und Gratisverköstigung? Egal,Tanja, was machen die Regierungsratspläne, schlecht sagt sie, bei uns tritt ja keiner zurück. Dann komm zu uns, zu den Liberalen, ruft Dani Seiler mit dem vierten Bier in den Händen. Was sie antwortet, höre ich nicht mehr, weil mir gerade Willi Erzberger, der Grand Old Man unter den Basler Journalisten, ins Ohr schreit, dass unter seiner Ägide so ein Velotextchen wie der von mir nie ins Blatt gekommen wäre, und überhaupt, all diese Buben, die jetzt Zeitung machen würden.

Ich geh Wein holen, es eilt, nach zehn Uhr servieren die hier keinen mehr und gefühlt ist schon bald Mitternacht. Ich kreuze Martina ­Rutschmann, die Journalistin, die jetzt ein Buch schreibt und trotzdem aussieht wie das blühende Leben, ihr Vater Andy ist auch da, cooler Typ, ich liebe ihn, weil er alles von mir liest und mich trotzdem noch grüsst, und Tino ­Krattiger, der Gastgeber, steht auch da und redet zuerst über die falsche Natur von Push-up-BHs und dann über die Beflaggung auf der Mittleren Brücke, weil seine Fahnen nur die Hälfte einer ­halben Brücke bekommen haben, ­während «Lion King» den Rest der Brücke beweht, und zwar, weil das Musical, so sagt mein neuer Freund Guy, mehr Stadtrelevanz aufweise.

Immer dieser Anzug

Ich steh an der Theke dann, wo die Reste des vorzüglichen mediterranen Manor-Buffets im Gegensatz zur neuen Manor-Direktorin Janneke de Bruijn grad verwelken, und schau mich um auf dieser Fähre des Frohsinns. Baschi Dürr ist da, man erkennt ihn sofort, er ist der Einzige, der Anzug und Krawatte trägt, ich glaub, der geht auch so schlafen.

Auch gesichtet: Daniel Egloff, -minu war kurz da mit Hölzli, das war schön, Klaus Littmann auch und Franz ­Burkhard und Ruedi Schiesser, Sven Hoffmann und Andreas Burckhardt, Anita Treml, Daniel Stolz, Matthias Hagemann, die beiden Mykonos-Maniacs Maximilian Scheidegger und René Thürlemann, Devina Solanki, Michael Geiger, Remo Gysin, Martin Käslin, die Mutschler-Familiy, Simon Lutz und Christoph Stutz, und ja, die Liste, die mir Krattiger gegeben hat und die ich gerade abtippe, hört fast nicht auf. Doch jetzt.

Basler Zeitung

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