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Auch die Grünliberalen wollen in den Regierungsrat

Mit Martina Bernasconi stellen nach der CVP und der SVP auch die Grünliberalen eine Kandidatin für den Basler Regierungsrat.

Die Grünliberalen kämpfen mit Martina Bernasconi ebenfalls um den freiwerdenden Sitz im Basler Regierungsrat.
Die Grünliberalen kämpfen mit Martina Bernasconi ebenfalls um den freiwerdenden Sitz im Basler Regierungsrat.
Roland Schmid

Die Ersatzwahl für den zurücktretenden Basler Gesundheitsdirektor Carlo Conti (CVP) wird lebhafter: Nach CVP-Grossrat Lukas Engelberger und SVP-Ex-Grossrat Thomas Egloff steigt auch GLP-Grossrätin und -Vizepräsidentin Martina Bernasconi ins Rennen.

Die bald 49-jährige Lehrerin und Philosophin sitzt seit 2008 für die GLP im Grossen Rat. 1998 bis 2000 hatte sie dort die Frauenliste (FL) vertreten, für die sie zudem im Verfassungsrat war. Sie sei aber keine Linke, sagte sie am Mittwoch vor den Medien, sondern echte Mitte, habe man sie doch in der FL eher als bürgerlich wahrgenommen.

Mit Bernasconi spielt die GLP die Frauenkarte: Die Stimmberechtigten hätten ja gerade die 30-Prozent-Quote für Staats-Verwaltungsräte abgesegnet; so gesehen seien die heutigen 15 Prozent mit nur einer Regierungsrätin wenig, sagte Parteipräsident David Wüest-Rudin. Die Parteiversammlung entscheidet am 18. März über die Kandidatur.

Zweiter Anlauf

Bernasconi soll laut Wüest-Rudin den Wahlberechtigten eine «echte Auswahl» bieten. In der Mitte fehle «Pep», sagte sie selber, die sich als liberal, entscheidungsfreudig, zielorientiert, gestaltungswillig, kommunikativ und unkonventionell präsentierte. Sie trägt übrigens die Kantonsfusions-Initiativen als Vorstandsmitglied mit.

Bei der Gesamtwahl 2000 hatte Bernasconi erfolglos für die Basler Regierung kandidiert. Diesmal gibt sie sich «grosse Chancen», auch dank persönlichen Sympathien bei Bürgerlichen. Sie verwies überdies auf den Wähleranteil der CVP, der gar nicht weit über jenem der GLP liege (Grossratswahl 2012: 7,3/5,0%; Nationalratswahl: 2011 5,2/4,6%).

Die baselstädtische CVP hatte Roche-Jurist Engelberger am Montag als Kandidaten für die Wahl vom 18. Mai nominiert. Dieser war seit langem als Kronprinz für Contis Nachfolge gehandelt worden und hatte sein Interesse nach einer Anstands-Bedenkfrist Ende Januar bekannt gegeben. Für den Wahlkampf sistiert er das Parteipräsidium.

Bürgerliche uneins

Conti hatte am 7. Januar überraschend seinen Abgang wegen finanzieller Unkorrektheiten im Amt angekündigt. Er verlässt die siebenköpfige Basler Regierung nach 14 Jahren. Conti war im Jahr 2000 in einer Ersatzwahl in die Exekutive des Stadtkantons gewählt worden. Zuvor war er im Rechtsdienst der Roche tätig gewesen.

Vergangenen Donnerstag hatte die SVP einen eigenen Kandidaten nominiert: den 54-jährigen Orthopäden Thomas Egloff. Nach seinen vier Jahren im Parlament ist er nur wenigen in Erinnerung geblieben. Egloffs chancenlose Kandidatur wird als Drohkulisse der SVP an die CVP im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen 2016 gelesen.

Zuvor waren Gespräche zwischen SVP, FDP, LDP und CVP für eine langfristige Wahlallianz gescheitert: Bei allen künftigen Wahlen hätten die Bürgerlichen mit gemeinsamen Listen antreten sollen; laut SVP zögerte aber die CVP. Die SVP als wählerstärkste bürgerliche Partei im Stadtkanton will indes Regierungsverantwortung übernehmen.

SDA/gst

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