Am Tellplatz sollen alle Bäume gefällt werden

Am Tellplatz soll der Belag erneuert werden – ohne Rücksicht auf die Spitzahorne. Gegen die Pläne der Stadtgärtnerei und des Tiefbauamtes regt sich Widerstand.

Neues Substrat. Die Stadtgärtnerei sagt, einige Ahorne seien krank oder ein Sicherheitsrisiko.

Neues Substrat. Die Stadtgärtnerei sagt, einige Ahorne seien krank oder ein Sicherheitsrisiko.

(Bild: Mischa Hauswirth)

Mischa Hauswirth

Die Spitzahorne rund um den Tellplatz wirken vital, gehören fest zum optischen Ensemble im Gundeli-Quartier und bieten im Sommer Schatten, gerade für die Gäste der Restaurants rund um den Platz. Doch diese Bäume sollen nun weg, obwohl sie sich erst im Alter von 17 bis 52 Jahren befinden und Spitzahorne unter geeigneten Bedingungen über 200 Jahre alt werden können.

«Die Stadtgärtnerei und das Tiefbauamt planen, sämtliche Bäume zu fällen und durch kleinere Feldahorne zu ersetzen», schreibt Pro Natura Basel in einer Mitteilung. Gegen diese Baumfällung hat die Umweltorganisation zuerst Einsprache erhoben. Da diese nun von der Stadtgärtnerei abgewiesen wurde, hat Pro Natura rechtliche Mittel ergriffen, «um die Fällung von insgesamt fünf schönen, vitalen Bäumen zu verhindern, die ohne Not oder Notwendigkeit aus rein technischen Überlegungen einer Belagserneuerung am Tellplatz geopfert werden sollen». Auch wenn einige der Bäume angeblich krank sind, sieht die Naturschutzorganisation keinen dringenden Grund, die Bäume fällen zu lassen – viele der Bäume seien noch in einem guten Zustand.

Die Fällung sei deshalb «unverhältnismässig und unnötig». Die fünf Bäume, für deren Erhalt sich Pro Natura einsetzt, stehen vor den Liegenschaften Tellplatz 1, 2, 3 und auf der anderen Seite vor Tellplatz 11 und 12.

Bäume weisen Zwiesel auf

Oliver Balmer, Präsident von Pro Natura Basel, sieht ein «klares öffentliches Interesse» am Erhalt der Spitzahorne. «In einer Stadt, in der die Natur und Einzelbäume sowieso immer stärker dem ständigen Verdichtungs- und Nutzungsdruck weichen müssen, darf nicht akzeptiert werden, dass grosse Bäume gefällt und durch kleinere ersetzt werden, ohne dass wirklich zwingende Gründe im allgemeinen Interesse vorliegen.»

Marc Keller, Sprecher des Bau- und Verkehrsdepartementes (BVD), bestätigt die geplanten Baumfällungen im Zuge der Belagssanierung am Tellplatz. «In diesem Zusammenhang sollen alle Baumstandorte verbessert werden», sagt Keller. Es sei ein grossräumiger Ersatz des Baumsubstrats geplant. «Damit wird für die künftigen Bäume eine viel bessere Lebensgrundlage geschaffen.»

Drei der fünf Bäume würden einen V-Zwiesel aufweisen, das sei eine «ungünstige Verzweigung» im Kronenbereich, die dazu führe, dass später dicke Äste abbrechen können, sagt Keller. Zudem habe einer der Bäume Triebsterben und «viel Totholz im Baum». Der gesunde Jungbaum werde zwar ebenfalls gefällt, aber nach der Sanierung wieder ersetzt, so Keller. Zum Rekurs nimmt das BVD keine Stellung.

Basler Zeitung

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