Zum Hauptinhalt springen

Als der Westen die Russen fürchtete

Mit dem unterirdischen Spital unter dem Unispital verschwindet ein Relikt des Kalten Krieges aus Basel. Es wurde nie gebraucht – zum Glück.

Richard Birrer presst einen Fuss an die Wand, um mit beiden Händen eine schwere graue Panzertür aufzu­ziehen. Der Leiter Infrastruktur am Universitätsspital drückt auf einen Schalter, und ein lautes Brausen hallt durch den Raum. «Ups, das war die Lüftung.» Birrer drückt einen weiteren Schalter. Flackernd springen die Neonröhren an der Decke an. «Hier sind die zwei Notstromaggregate. Für 20 Tage können sie unabhängig vom öffentlichen Netz den Spitalhaushalt aufrechterhalten.» Die gigantischen Dieselgeneratoren von Brown Boveri, 20 Meter unter dem Unispital, erinnern an Schiffsturbinen.

5400 Liter Diesel schlucken sie pro Tag. 110'000 Liter können unterirdisch aufbewahrt werden. Momentan stehen sie dem Unispital als Notfallgeneratoren zur Verfügung. «Doch wir arbeiten an einem Projekt, um sie zu ersetzen», sagt Birrer. Die meisten Einrichtungen und Gerätschaften hier im fünften Untergeschoss des City Parking neigen sich dem Ende ihrer Lebenszeit zu – ohne jemals benutzt worden zu sein. Geschützte Operationsstelle (Gops), werden diese unterirdischen Spitäler genannt. Per Bundesbeschluss von 1963 wurden alle Schweizer Spitäler verpflichtet, solche unterirdischen Spitäler zu errichten.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.