Akuter Mangel an Chauffeuren sorgt für lange Wartezeiten

Riehener warten vergebens auf den 34er-Bus, um Richtung Basel zu fahren. Zurzeit kommt es auf vielen Buslinien zu Ausfällen. Die BVB sprechen von Verspätungen bis zu vier Stunden.

Zahlreiche Krankheitsausfälle führen zu einem massiven Personalunterbestand, weshalb nicht jeder Bus wie geplant fahren kann. Aus diesem Grund möchten die BVB 100 zusätzliche Personen für den Fahrdienst ausbilden.

Zahlreiche Krankheitsausfälle führen zu einem massiven Personalunterbestand, weshalb nicht jeder Bus wie geplant fahren kann. Aus diesem Grund möchten die BVB 100 zusätzliche Personen für den Fahrdienst ausbilden.

(Bild: Keystone)

BVB Riehener warten vergebens auf den 34er-Bus, um Richtung Basel zu fahren. Zurzeit kommt es auf vielen Buslinien zu Ausfällen. Die BVB sprechen von Verspätungen bis zu vier Stunden.

In den vergangenen Tagen kam es gleich mehrfach vor, so berichten Riehener. Wer mit dem 34-Bus um sechs oder sieben Uhr morgens Richtung Basel fahren wollte, blieb an der Haltestelle hängen. Selbst wenn er länger an der Haltestelle wartete – es kam kein Bus. «Als dann endlich ein Bus auftauchte, fragte ich den Chauffeur, was passiert sei», erzählt ein Riehener, der zur Arbeit fahren wollte. «Der Chauffeur sagte mir, dass wegen der vielen krankheitsbedingten Ausfälle bei den BVB nicht mehr jeder Bus wie geplant fahren könne.»

Ärgerlich sei auch, dass die Chauffeure mit der Signalisation Probleme hätten und falsch führen, so der Riehener. Grund hierfür sind die vielen Baustellen und Umleitungen zwischen dem Wettsteinplatz und Riehen, vor allem entlang der Äusseren Baselstrasse.

Viele Langzeitabsenzen

Bei den Basler Verkehrsbetrieben (BVB) ist das Problem bekannt, wie BVB-Verwaltungsratspräsidentin Yvonne Hunkeler kürzlich im BaZ-Interview sagte. Man dürfe nicht vergessen, dass sich im vergangenen Jahr mehr Mitarbeiter als sonst zur Frühpensionierung entschieden hätten, sagte Hunkeler.

Aktuell sind im Fahrdienst rund 50 krankheitsbedingte Absenzen registriert, sagt BVB-Sprecher Benjamin Schmid. Diese Zahlen beziehen sich auf ein Totalvon 670 Mitarbeitendenim Fahrdienst. Zwei Drittel von den 50 Krankheitsausfällen würden Langzeitabsenzen betreffen, rund ein Drittel «normale» Krankheitsfälle wie Grippe. «Aus diesem Grund kommt es seit Anfang Mai vermehrt zu Dienstausfällen von wenigen Minuten bis zuvier Stunden, betroffen sind grundsätzlich alle Bus- und Tramlinien, also auch die Linie 34», erklärt Schmid.

Dass es zu einem solch gravierenden Unterbestand an Chauffeuren kommen konnte, hat etwas mit «im vergangenen Jahr gemachten Fehlern in der Personalplanung» zu tun, wie Schmid sagt. «Dieser Personalunterbestand wird dank der massiv verstärkten Rekrutierung von rund 100 zusätzlichen Fahrdienstangestellten gegen Ende Jahr aufgearbeitet sein.» Auch im Jahr 2020 wollen die BVB rund 100 zusätzliche Personen für den Fahrdienst ausbilden.

Falschfahrten sind Alltag

Das Falschfahren ist ebenfalls ein Thema in der BVB-Leitung, doch sehen die BVB hier wenig Möglichkeiten, etwas zu unternehmen. «Falschfahrten sind kein neues Phänomen im öffentlichen Verkehr», sagt Schmid. «Sie zeigen, wie anspruchsvoll die Arbeit im Fahrdienst ist, insbesondere auch vor dem Hintergrund der sehr anspruchsvollen und oft wechselnden Verkehrsführung auf unserem Netz.»

Der Schluss, nur neue Mitarbeiter, welche das Streckennetz noch nicht so gut kennen, würden falsch abzweigen, sei aber nicht korrekt. «Falschfahrten betreffen nicht nur neue oder unerfahrene Mitarbeitende. Jede Falschfahrt ist ärgerlich, und die BVB entschuldigt sich bei den betroffenen Fahrgästen für daraus entstehende Unannehmlichkeiten», sagt Schmid.

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