Zum Hauptinhalt springen

Aktivisten stören Nietzsche-Symposium in Museum

Der Bankier Peter Buser hielt am Samstagnachmittag ein Symposium zu Friedrich Nietzsche ab. Dabei wurde ein Feueralarm ausgelöst.

Das Naturhistorische Museum hat Anzeige wegen Hausfriedensbruch eingereicht.
Das Naturhistorische Museum hat Anzeige wegen Hausfriedensbruch eingereicht.
Keystone

Bereits im Vorfeld gab es Kritik an Peter Busers Veranstaltung: «Peter Buser vertritt ein zutiefst sexistisches und diskriminierendes Weltbild, dem keine Plattform geboten werden darf!», reklamierten die Jusos Basel-Stadt. Der Bankier spendete 400 000 Franken für eine Ausstellung im Historischen Museum Basel zum 175. Geburtstag des Philosophen Nietzsche. Weiter hielt Buser ein Symposium unter dem Titel «Ein Spielzeug sei das Weib dem Manne» ab.

Diese wurde am Samstagnachmittag gegen 13.30 Uhr von Aktivisten sabotiert, wie die Basler Polizei in einer Medienmitteilung schreibt. Rund 20 junge Personen hätten die Veranstaltung in den Räumen des Naturhistorischen Museums an der Augustinergasse 2 gestört. Die Aktivisten seien ins Gebäude eingedrungen und hätten protestiert. «Nach einigen Minuten verliessen sie das Museum, das kurz darauf Anzeige wegen Hausfriedensbruch einreichte», schreibt die Polizei.

Brandalarm ausgelöst

«Sachbeschädigungen sind bis dato nicht bekannt; eine unbekannte Person hatte jedoch über einen Handtaster einen Brandfehlalarm und so ein Ausrücken der Berufsfeuerwehr der Rettung Basel-Stadt sowie eine vorübergehende Evakuation des Museums ausgelöst.»

Zehn Personen seien beim Verlassen des Gebäudes zivilen Polizeikräften aufgefallen, teilt die Polizei weiter mit. Man habe die Verdächtigen kontrolliert. «Nach der Aufnahme der Personalien wurden sie noch vor Ort aus der Kontrolle entlassen worden.»

Die Veranstaltung konnte fortgesetzt werden. Thema des fünfstündigen Symposiums war das Frauenverständnis Friedrich Nietzsches. In einem zentralen Werk des Philosophen, «Zarathustra», wird die Frau als dem Mann unterlegen, morallos, denkschwach und führungsbedürftig dargestellt. Allerdings bedient sich Nietzsche einer Kunstfigur, Zarathustra, um dieses Welt- und Frauenbild zu zeichnen. Entsprechend sind die Worte mit Vorsicht zu geniessen. Auch in anderen Schriften äussert sich Nietzsche zum Geschlechterverhältnis.

Von den Gästen der Podiumsdiskussion, darunter prominente Intellektuelle Thea Dorn oder Matthias Politycki, sind alle bis auf Martin Walser erschienen. Letzterer hat aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Die Veranstaltung war nicht besonders gut besucht. Schätzungsweise rund 50 Besucher verfolgten die Diskussion in der Aula des Naturwissenschaftlichen Museums.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch