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Abschied von Plastikstühlen

Die Drohung der Verwaltung hat gewirkt: Nur noch zwei Prozent der Beizer möblieren ihre Gartenwirtschaft mit Plastikstühlen. Der letzte Widerstand der Wirte ist gebrochen.

Zuerst das grosse Gezeter der Wirte, dann der leise Rückzug. Bis am vergangenen Freitag hatten die säumigen Plastikstuhl-Revoluzzer Zeit, um der Verwaltung ihren nächsten Schritt mitzuteilen. Kapitulation oder Kampf. Die meisten Beizer haben sich für die erste Variante entschieden: «Die Wirte haben sich sehr kooperativ verhalten», sagt Stéphanie Balzer von der Allmendverwaltung. Vor einem Monat weigerte sich noch jeder zehnte Beizer, die seit Februar geltenden Richtlinien für die Boulevardmöblierung umzusetzen. Heute sind es nur noch gut «zwei bis drei Prozent», wie Balzer erleichtert sagt.

Ende August werden die Mitarbeiter der Allmendverwaltung ein letztes Mal in die Stadt ausschwärmen, um die Richtlinien in den Restaurants zu kontrollieren. Zum letzten Mal werden sie die Wirte darauf aufmerksam machen, dass bei der Bewirtung der Allmend keine Monoblock-Stühle aus Plastik mehr erlaubt sind, dass Sonnenschirme mit Fremdwerbung und überdimensionierte Pflanzentöpfe weg müssen. Erst danach gebe es die ersten Verzeigungen, sagt Balzer – und die ersten Bussen.

Beim Wirteverband steht man den Richtlinien positiver gegenüber als noch vor drei Jahren, als die Plastikstühle zum Stadtgespräch wurden. «Wir alle tragen Verantwortung für den öffentlichen Raum», sagt Maurus Ebneter, Delegierter des Wirteverbands. Grundsätzlich kämpfe sein Verband gegen jede staatliche Bevormundung, in diesem Fall habe die Verwaltung aber Fingerspitzengefühl bewiesen: «In anderen Kantonen wurde die Branche vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir in Basel konnten bei den Richtlinien mitreden und tragen sie nun mit.» Für Ebneter könnten die Richtlinien durchaus noch weiter gefasst werden: «Nicht nur die Gastrobranche ist auf der Allmend präsent.» Gerade beim Detailhandel beobachte man immer wieder «Allmend-Wildwuchs»: «Es liegt an uns allen, Basel schön zu halten und schöner zu machen.»

Das hat in der Zwischenzeit auch Walter Braun vom «Gifthüttli» eingesehen. Noch vor einem Monat weigerte er sich kategorisch, die neuen Richtlinien umzusetzen und seine Plastikstühle zu entsorgen. Nun schaut er sich allerdings nach neuen Gartenmöbeln um: «Aber das hat nichts mit den neuen Richtlinien zu tun», sagt Braun der baz am Telefon.

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