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Abbruch des ältesten Basler Rheinhafens hat begonnen

Nach 100 Jahren Schiffsumschlag wird seit Montag das letzte Kapitel des Basler Rheinhafens St. Johann geschrieben: Bis 2011 werden alle Silos und Krane für den Novartis-Campus abgebrochen.

Wird ausgebaut: Novartis-Campus.
Wird ausgebaut: Novartis-Campus.
Keystone
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Ein Bagger stach symbolträchtig das Beton-Getreidesilo neben der Dreirosenbrücke an, das markanteste der 20 Gebäude im Hafen St. Johann. Ende Jahr waren die letzten Firmen ausgezogen. Der Deal von 2005 zwischen Kanton und Konzern bringt Novartis mehr Fläche für Forschungslabors, dem Kanton eine Rheinpromenade und Arbeitsplätze.

Der baselstädtische Bau- und Verkehrsdirektor Hans-Peter Wessels sprach vor den Medien von einer «Inbesitznahme» des während der Hafen-Ära nicht öffentlichen Ufers; das werde gewiss zum beliebten Erholungsraum. Das Kantonsparlament bekomme die Baukreditvorlage für die Uferpromenade ins elsässische Hüningen noch vor Ende Jahr.

Bedeutende Stadt der Kelten

Ein Rekurs gegen die Abbruch-Vergabe hatte den Beginn ein halbes Jahr verzögert, hiess es weiter. Diese Zeit nutzten Archäologen, um mehr Spuren der wichtigen grossen Kelten-Siedlung zu sichern, die unter dem Hafenboden liegt. Bis Ende 2011 sollen dann 220'000 Tonnen teils kontaminierter Hafenuntergrund ausgehoben werden. Nach über 100 Sondierbohrungen auf dem Hafenareal geht der stellvertretende Tiefbauamtschef Rodolfo Lardi davon aus, dass die Altlasten das Grundwasser nicht tangieren. Falls doch, würde die Sanierung teuer, weil der Pegel abzusenken und noch mehr Boden auszuheben wäre.

Der Hafen St. Johann war 1906-1911 für die Kohle-Anliefung an das dortige Gaswerk gebaut worden. Die Kohle-Vergasung samt Verwertung anfallender Stoffe ist die Wiege der chemisch-pharmazeutischen Industrie. Grosse Teerölbecken von damals sind bis heute im Boden geblieben, mit polyzyklischen aromatischen Kohlewasserstoffen.

Nach dem Abriss und Aushub wird das Hafenareal baubereit eingeebnet mit 150'000 Tonnen Kies, per Schiff angeliefert. Der Aushub, der zumeist zur Aufbereitung nach Rümlang ZH geht, wird teils per Bahn abtransportiert. Deswegen bleiben einzelne Geleise noch länger in Betrieb; auch zwei der fünf grossen Hafenkräne helfen abbauen.

Häfen im Umbruch

Novartis' Wunsch, sich den ältesten und kleinsten der vier Rheinhäfen am Rheinknie einzuverleiben, verändert nicht nur das St. Johann-Quartier. Insbesondere mussten anderswo Ersatzkapazitäten für den Massengüterumschlag geschaffen werden, so ein markantes Silo am Hafenbecken II in Basel gleich neben der deutschen Grenze.

Die Diskussionen um die Zukunft der Rheinhäfen - über die gut 15 Prozent des gesamten Schweizer Aussenhandels abgewickelt werden, darunter ein Drittel des landesweiten Mineralölimportes - haben auch alte Fronten ins Wanken gebracht. Heute gibt es im Basler Hafen Kleinhüningen Ateliers, Partyschiff und Kunstausstellungen.

Novartis ihrerseits will auf dem Hafenareal seinen Campus um Bauten weiterer renommierter Architekten arrondieren, wie Martin Batzer als Leiter Pharma Basel sagte: Rem Kolhaas, Rahul Mehrotra, Jan Navarro und Herzog und de Meuron sollen bis 2014 dazu beitragen - letztere haben ihren Sitz ein paar hundert Meter bachaufwärts.

Mehr zum Thema in der Basler Zeitung von Dienstag.

SDA/jg

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