Wo Basel in die Höhe wächst

In Basel sind zahlreiche Hochhaus-Projekte angedacht oder teilweise bereits im Bau. Eine Übersicht.

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Die Platznot in Basel zwingt die Bauherren, sich nach oben zu orientieren. Derzeit sind eine ganze Reihe von Hochhäusern geplant oder bereits im Bau. Das jüngste Bauprojekt, das in Angriff genommen wurde, ist der 78 Meter hohe Grosspeter Tower. Vor einigen Wochen sind die Bagger aufgefahrern. Ursprünglich hätte das Hochhaus bereits 2014 fertig sein sollen. Wegen einer ausstehenden Baubewilligung und einer Überarbeitung des Projektes verzögerte sich der Baustart deutlich.

In anderen Dimensionen planen Roche und Novartis – nicht nur was die Höhe betrifft. Roche will in den kommenden zehn Jahren insgesamt gleich drei Milliarden Franken in den Standort Basel investieren, wie am Mittwoch bekannt wurde. Geplant sind verschiedene Neubauten, darunter ein Hochhaus über 205 Meter, das als Zwillingsbruder des sich im Bau befindlichen Bau 1 (178 Meter) konzipiert ist. Daneben sollen vier weitere Gebäude entstehen, darunter zwei weitere Hochhäuser mit 132, respektive 72 Metern Höhe.

Auch Novartis plant die Eroberung des Basler Himmels. Aufgrund der Nähe zum Flughafen sind dem Höhenwachstum auf dem Campus allerdings Grenzen gesetzt. Geplant sind derzeit drei Hochhäuser mit bis zu 120 Metern. Für alle drei hat der Grosse Rat am Mittwoch den Bebauungsplan gutgeheissen. Bereits im Bau befindet sich derzeit ein 65-Meter hohes Gebäude am Rheinufer. Das Hochhaus mit dem Namen Asklepios 8 dürfte im Frühling 2015 bezogen werden. Das Gebäude wird das erste der drei Rheinfront-Hochhäuser sein. Für die beiden weiteren 65-Meter-Gebäude Virchow 12 und 18 gibt es noch keine konkrete Planung – es besteht lediglich ein Bebauungsplan.

Erbitterter Widerstand gegen Hochhaus

Die grösste Hürde hat der Claraturm bereits im letzten November genommen. Der Bebauungsplan für das Hochhaus neben der Messe musste vom Volk abgesegnet werden, nachdem einige Anwohner und Heimatschützer erbitterten Widerstand gegen das Projekt geleistet hatten. Einige Hundert Meter weiter soll dereinst noch ein weiteres Hochhaus entstehen. Die Messe Schweiz will das alte und hässliche Parkhaus auf dem Messeplatz durch einen Neubau ersetzen und hat eine Testplanung mit drei Architekturbüros durchgeführt. Sollte das Projekt die ersten politischen Hürden nehmen, will die Messe das Parkhaus unterirdisch errichten und darüber ein Hochhaus mit Büros, Wohnungen und einem Hotel bauen lassen.

In Bahnhofsnähe sind zwei weitere Hochhäuser geplant. Auf der Nordseite der Gleise, am Aeschengraben, planen die Basler Versicherungen ein Hochhaus, um das altehrwürdige Hotel Hilton zu ersetzen. Und im Gundeli wollen die SBB beim Meret-Oppenheim-Platz mit einem 81-Meter-Turm ein städtebauliches Zeichen setzen. Die Kulturabteilung des Schweizer Radio und Fernsehens wird einer der Mieter des Gebäudes sein, das von Herzog & de Meuron entworfen wird.

Ebenfalls im Bau – nach erheblichen Verzögerungen wegen eines Rekurs des unterlegenen bauunternehmens im Bieterverfahren – ist das 73-Meter-Hochhaus auf dem Schällemätteli-Areal. Der Neubau wird das neue Aushängeschild der Universität Basel werden und das Biozentrum beheimaten.

Turm mit Strahlkraft

Eher ein Luftschloss dürfte ein anderes Projekt mit einer gewissen Leuchtkraft sein: Der umtriebige Basler Kapitän Louis Conzett will am Dreiländereck einen richtigen Leuchtturm bauen. 125 Meter hoch soll das Gebäude werden – zuzüglich einer 30 Meter langen Antenne. Das Hochhaus soll unter anderem ein Hotel beinhalten. Unklar ist allerdings, woher das Geld für den Bau stammt. Laut der Initianten handle es sich beim Geldgeber um eine bekannte Schweizer Persönlichkeit. Wer diese Persönlichkeit ist, werde jedoch erst bekanntgegeben, wenn die Baubewilligung vorliegt. Zumindest die Sympathien der Öffentlichkeit dürfte das Projekt jedoch haben.

baz.ch/Newsnet

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