«Wir haben ein neues Quartier geschaffen»

Markthallenbetreiber-Chef Philipp Strebel über den Unterschied zu anderen Basler Shoppingcentern und die Event-Pläne für das nächste halbe Jahr.

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Mit Freude und Herzblut habe er auf diesen Moment hingearbeitet, sagte Philipp Strebel, Chef PSM Center Management, gestern an der Pressekonferenz zur Eröffnung der Markthalle. Im BaZ-Gespräch spricht der Geschäftsführer der Betreiberfirma über Ausbauarbeiten und die Schwierigkeit, sich Namen von Boxern zu merken.

Philipp Strebel, Sie präsentieren die Markthalle als «City in der City». Was meinen Sie damit?
Mit der Markthalle haben wir, wenn man so will, ein neues Quartier in der Stadt geschaffen, denn wir bieten Wohnen, Verweilen, Arbeiten und Einkaufen am gleichen Ort an.

Einkaufen und verweilen am gleichen Ort ist aber auch anderswo möglich. Worin unterscheidet sich die Markthalle zum Beispiel von Shoppingcentern wie dem St.-Jakob-Park oder dem Stücki-Center?
Ein Vergleich mit diesen Shoppingcentern ist nicht wirklich möglich, da sich die Markthalle von der Grösse her in einer ganz anderen Kategorie befindet: Wir haben hier rund 5000 Quadratmeter Verkaufsfläche – im Gegensatz zu 30'000 bis 40'000 Quadratmetern in einem Stücki-Center. Darum sehen wir uns weniger als Shoppingcenter, sondern vielmehr als Ergänzung zur nahen Innenstadt. Um diese Nähe auch inhaltlich zu demonstrieren, arbeiten wir sehr eng – und sehr gerne – mit der IG Pro Innerstadt zusammen .

Wie äussert sich die Zusammenarbeit?
Wir sind Mitglied bei Pro Innerstadt. Zudem wurde uns vor allem für die Anfangsphase Unterstützung angeboten, was wir sehr schätzen und was auch sehr wichtig ist, denn sowohl die Markthalle wie auch Pro Innerstadt sind zwei wirklich typisch baslerische Institutionen.

Vor dem schwachen Euro und dem damit verbundenen Einkaufstourismus haben Sie keine Angst?
Nein, ich habe grundsätzlich keine Angst vor der Zukunft. Wir haben ein gutes Produkt.

Das sagten auch schon andere Unternehmer von ähnlichen Betrieben hier. Was macht Sie so zuversichtlich, dass die Markthalle florieren wird?
Weil es viele unterschiedliche Gründe gibt, in die Markthalle zu kommen: die Baslerinnen und Basler können hier einen Kaffee trinken, jemanden besuchen, der im Hochhaus wohnt, das Kind abgeben im Tagi, sich pflegen lassen in der Ita-Wegman-Klinik und so weiter. Dieses breite Angebot unterscheidet uns von jenen Shoppingcentern, wo die Menschen in der Regel einfach nur ihren Wocheneinkauf erledigen. Zuversichtlich bin ich aber auch, weil unsere Mieter aufgrund ihrer Kompetenz und Stärke mit Sicherheit Erfolg haben werden.

Apropos Mieter: Einige seien abgesprungen, zudem wurden kürzlich zwei Baugesuche veröffentlicht, bei denen die Einsprachefrist noch läuft. Was kann sich beim Mietermix noch ändern?
Sie müssen sich vorstellen, das Projekt läuft seit mehreren Jahren, entsprechend gibt es Verträge, die schon vor längerer Zeit abgeschlossen wurden. Über diesen Zeitraum hinweg kann es schon passieren, dass es zu Veränderungen kommt, das ist normal. Es ist aber richtig, dass noch nicht alle Flächen ausgebaut sind.

Welchen Bereich betrifft das?
Die Gastronomie, wobei es sich hier einerseits um ein bedientes Restaurant und andererseits um einen Frischemarkt mit Verpflegungsmöglichkeit handelt. Bis zur Eröffnung der beiden Geschäfte im Herbst findet der Restaurationsbetrieb darum in der Eventhalle statt.

War das so geplant?
Nicht zuletzt aufgrund veränderter Marktverhältnisse und nicht zuletzt auch wegen der neuen Eigentümerschaft haben wir das Konzept für die Markthalle leicht angepasst. Dabei stellten wir fest, dass es bei der Vermietung der Gastronomiefläche einfacher ist, wenn der Eigentümer den Ausbau übernimmt.

Wieso?
Vorher, das heisst ohne Ausbau, hätte ein Mieter Investitionen von mehreren Millionen tätigen müssen. Heute muss er das nicht mehr und entsprechend ist das Interesse an diesen Flächen nun ganz anders.

Gibt es schon Mieter?
Ja, aber in Absprache mit den Gastronomiebetreibern wird das erst später kommuniziert. So haben wir auch später noch etwas zu sagen.

In der rund 1000 Quadratmeter grossen Eventhalle unter der Kuppel wollen Sie Shopping und Erlebniskultur verbinden. Wie genau?
Es gibt schon mehrere konkrete Pläne für öffentliche Events in der Halle im nächsten halben Jahr.

Zum Beispiel?
Ich nenne Ihnen gleich zwei solche Events: Während der Fussballeuropameisterschaft im Juni werden wir die Eventhalle in eine der grössten Fanmeilen Basels verwandeln, mit Live-Übertragungen und weiteren Attraktionen. Und im Oktober findet in der Markthalle in Zusammenarbeit mit dem Boxclub Basel eine Box-Woche statt, bei der Interessierte einen Blick hinter die Kulissen werfen können – selber ausprobieren inklusive. Als Höhepunkt gibt es am Samstag dann einen Boxkampf mit zwei bekannten Persönlichkeiten aus der Box-Szene.

Um wen es sich dabei handelt, verraten Sie nicht?
Doch, würde ich, aber da ich mich nicht besonders gut auskenne beim Boxen, habe ich die Namen schon wieder vergessen.

Vielleicht die Klitschko-Brüder? Nein, die sind es nicht, diesen Namen kenne sogar ich (lacht).

Basler Zeitung

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