Wieso konnte das Passagierschiff nicht ausweichen?

Ein havariertes Transportschiff sorgte heute für Chaos im Basler Schiffsverkehr. Drei Boote waren in den Unfall verwickelt, über 150 Personen wurden evakuiert. Die Bilder des Vorfalls werfen Fragen auf.

Crash mit drei Schiffen: Die Olympia kollidiert mit dem Kiesschiff Merlin und dem Passagierschiff Lafayette.

Zwei Passagierschiffe und ein Frachter sind heute Morgen auf dem Rhein bei Basel in einen Unfall verwickelt gewesen. Verletzt wurde laut Polizei niemand.

Als die Basler Polizei gegen 8.20 Uhr den Notruf erhielt, war das Bagger- und Kiesschiff Merlin bereits in Schieflage. Nachdem die drei Besatzungsmitglieder sowie der Kapitän gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten, kenterte das Schiff.

Danach schwamm die Merlin zwischen Dreirosenbrücke und Dreiländereck kieloben auf dem Rhein – mit dem Baggerarm verkeilt im Rheingrund. Das nahende Passagierschiff Olympia konnte nicht mehr ausweichen und prallte quer mit dem ausser Kontrolle geratenen Kiesschiff zusammen. In Folge kollidierte die Olympia mit dem am Ufer vertäuten Passagierschiff Lafayette (siehe Video). Durch den Zusammenprall geriet auch die Merlin wieder in Bewegung.

Auf dem Video ist eine wild gestikulierende Olympia-Besatzung zu sehen. Aus noch unklaren Gründen war es ihnen nicht mehr möglich, dem Frachter auszuweichen.

Führungslos auf dem Rhein

Wie ein Augenzeuge gegenüber baz.ch/Newsnet berichtet, waren zum Zeitpunkt des Unfalls Dutzende Reisende an Bord der Olympia. «Der Schiffsverkehr wurde gesperrt, weil der Kiesfrachter führungslos auf dem Rhein treibt. Es herrscht Chaos», sagt der Augenzeuge, «der das Passagierschiff ist regelrecht in den Frachter reingedonnert.»

Insgesamt wurden von den beiden Passagierschiffen 150 Passagiere evakuiert. Diese konnten die beschädigten Schiffe bereits nach 10 Uhr wieder betreten. Laut Polizei ist Dieselöl ausgeflossen. Die Rheinschifffahrt blieb vorerst gesperrt.

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Bis am Mittag konnten alle drei Schiffe gesichert werden. Die Merlin wurde – immer noch mit dem Kiel nach oben – beim kleinen Bootshafen vor der Stiftung Brasilea unweit des Dreiländerecks befestigt.

Die Rettungskräfte standen mit einem Grossaufgebot im Einsatz. Neben der Sanität waren auch Rettungsschwimmer präsent. Der Basler Sicherheitsdirektor Baschi Dürr hat sich am Kleinbasler Rheinufer persönlich ein Bild der Rettungs- und Bergungsarbeiten verschafft.

Wegen der Regenfälle der vergangenen Tage führt der Rhein aktuell viel Wasser und hat eine entsprechend starke Strömung.

kpn/amu

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