Weil Häftlinge schwitzen: Waaghof wird saniert

Wie in einer Sauna sei es im Basler Untersuchungsgefängnis jeweils im Sommer, beschwerte sich ein Insasse. Nun will das Gefängnis für 5,5 Millionen Franken eine neue Lüftung einbauen.

Untersuchungsgefängnis Waaghof: Den Häftlingen ist es zu heiss.

Untersuchungsgefängnis Waaghof: Den Häftlingen ist es zu heiss.

(Bild: Dominik Plüss)

Sowohl im letzten als auch in diesem Jahr beschwerten sich Häftlinge bei der Gefängnisleitung, weil es in den Zellen des Basler Untersuchungsgefängnis im Sommer unerträglich heiss werde. Darum soll nun der Waaghof saniert werden, heisst es in einer Meldung von SRF am Mittwoch. Kostenpunkt: 5,5 Millionen Franken für eine neue Belüftungsanlage.

Im Beitrag wird aus einem Brief eines Häftlings an die Gefängnisleitung zitiert: «00.45 Uhr – An Schlaf ist nicht zu denken, die Zelle ist immer noch total überhitzt, geschätzte 40° (...) Ich bin nass wie in einer Sauna (...) Diese unmenschlichen Missstände erfüllen den Tatbestand der Folter.»

Die Gefängnisleitung ist sich dieses Problems bewusst. Es liege aber nicht an den Maximaltemperaturen sondern an der geringen Luftzirkulation und der dadurch ansteigenden Luftfeuchtigkeit. Bisherige Lösungen, wie etwa der Einbau von Belüftungsschlitzen in den Zellen-Türen oder das Aufdrehen der bestehenden Lüftungsanlage, hätten nichts gebracht, heisst es im Beitrag von SRF. Auch Ventilatoren seien keine Alternative, weil die Insassen diese zweckentfremden und damit irgendwelche Geräte bauen könnten.

Daher soll nun eine neue Belüftungsanlage eingebaut werden, falls die Basler Regierung das Geld dafür spricht. Die Gefängnisleitung will im kommenden Jahr mit diesen Arbeiten beginnen und hofft, die Anlage im übernächsten Hitzesommer einsetzen zu können.

amu

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