Viele Studierende noch auf Wohnungssuche

Jungliberale beklagen die Wohnungsnot der Studierenden und befürchten einen Kahlschlag an der Universität Basel. Sie wenden sich direkt an den Baselbieter Landrat.

Semesterstart 2015: Der erste Tag an der Uni Basel ist bei vielen von Wohnungssorgen überschattet.

Semesterstart 2015: Der erste Tag an der Uni Basel ist bei vielen von Wohnungssorgen überschattet.

(Bild: Kostas Maros)

Etwas protzig stand er vor dem Haupteingang des Kollegiengebäudes der Universität Basel: der etwa zehn Meter lange und zweieinhalb Meter breite Container. Just zum Semesterstart, und nicht zuletzt deshalb viel beachtet von den Studierenden. Platziert wurde der Container im Auftrag der Basler Jungliberalen Partei. Bereits im Januar wurde der Regierungsrat aufgefordert, 200 Wohncontainer für Studierende aufzustellen, «im Hafenareal oder anderswo», sagte Michael Hug, Präsident der Jungliberalen.

Mit der gestrigen Aktion beklagen die Jungliberalen die Wohnungsnot in Basel – vor allem für Studierende. Sie wollen damit ihrer Forderung Nachdruck verleihen. Denn es gebe noch viele Studierende, die immer noch auf Wohnungssuche sind. Es brauche im Raum Basel rund 200 Zimmer mehr, um die Nachfrage zu decken.

Wohncontainer gefordert

Erst Anfang September antwortete Regierungspräsident Guy Morin. Aufgrund gestiegener Studierendenzahlen sei es in den letzten Jahren in Basel-Stadt schwieriger geworden, für Einkommensschwächere und Studierende geeigneten Wohnraum zu finden. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass sich der Kanton «in vielfältiger Weise» für studentischen Wohnraum engagiere. Morin nennt Zwischennutzungen oder Land, das im Baurecht zur Verfügung gestellt werde. Auf dem Areal Volta Ost, aber auch auf dem Areal Erlenmatt und an der Belforterstrasse seien insgesamt 160 Wohnungen für Studierende geplant. Immobilien Basel-Stadt und die studentische Wohnungsvermittlung arbeiteten seit vielen Jahren zusammen, um Studierenden temporär Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Aufgrund des Zonenrechts sei es nicht möglich, auf dem Hafengelände Wohncontainer aufzustellen.

Die Jungliberalen werten dies als unbefriedigende Absage: «Wir sind von der Regierung enttäuscht.» Nicht nachvollziehbar sei es, «dass gleich nach dem schriftlichen Negativentscheid die Idee von Wohncontainern beim Dreispitz für Flüchtlinge» bekannt gemacht wurde. Dies sei völlig in Ordnung, zeige aber auch, «dass Wohncontainer grundsätzlich eine Möglichkeit darstellen».

«Beschiss von morgen?»

Ein Container, in dem sich leben lässt, koste etwa 30'000 Franken. Insgesamt müssten für 200 Container mit sieben bis zehn Millionen Franken gerechnet werden, erläutert Benjamin Grob von den Jungliberalen.

Grosse Sorgen bereitet den Jungliberalen Basel auch «der geplante finanzielle Kahlschlag an der Uni». Eine Kürzung des Baselbieter Beitrags um 25 Millionen Franken «wäre praktisch das Ende des mit der Stadt ausgehandelten Uni-Vertrages», sagte Michael Hug. Deshalb wenden sich die Jungliberalen mit Postkarten insbesondere an die bürgerlichen Vertreter im Landrat, mit denen diese an einst gemachte Versprechungen erinnert werden – dies unter dem Motto: «Ist Euer Geschwätz von gestern unser Beschiss von morgen?» Die Jungliberalen lancieren auch eine Petition, für die an der Uni-Nacht Unterschriften gesammelt werden.

Basler Zeitung

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