Uni Basel wird noch internationaler

Die Universität Basel zählt zu den fünf Unterzeichnern des Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit «Eucore – The European Campus». Der Lehr- und Forschungsstandort Basel soll gestärkt werden.

Unterzeichnung der Gründungsdokumente des EVTZ von links nach rechts: Prof. Dr. Alain Beretz, Präsident der Université de Strasbourg; Prof. Dr. Andrea Schenker-Wicki, Rektorin der Universität Basel; Prof. Dr. Alexander Wanner, Vizpräsident des Karlsruher Instituts für Technologie; Dr. Christine Gangloff-Ziegler, Präsidentin der Université de Haute-Alsace; Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg (nicht im Bild)

Unterzeichnung der Gründungsdokumente des EVTZ von links nach rechts: Prof. Dr. Alain Beretz, Präsident der Université de Strasbourg; Prof. Dr. Andrea Schenker-Wicki, Rektorin der Universität Basel; Prof. Dr. Alexander Wanner, Vizpräsident des Karlsruher Instituts für Technologie; Dr. Christine Gangloff-Ziegler, Präsidentin der Université de Haute-Alsace; Prof. Dr. Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg (nicht im Bild)

(Bild: Service communication, Université de Haute-Alsace)

Am Mittwoch hat die Rektorin der Universität Basel gemeinsam mit den Leitern der Universitäten Freiburg, Haute-Alsace und Strassburg sowie dem Karlsruher Institut für Technologie die Gründungsdokumente für den trinationalen «European Campus» unterzeichnet. Dies gab die Basler Universität gleichentags in einer Medienmitteilung bekannt. Die oberrheinischen Hochschulen legten damit den Grundstein für den ersten allein von Universitäten getragenen «Europäischen Verbund für territoriale Zusammenarbeit» (EVTZ).

Als Mitglied des EVTZ «Eucor – The European Campus» erhält die Universität Basel Zugang zum europäischen Bildungs- und Forschungsraum und damit zu europäischen Fördergeldern. Ihr stünden künftig als einziger Hochschule der Nordwestschweiz ein trinationaler Hochschulraum und Zugang zu europäischen Universitäten in nächster Nähe zur Verfügung. Die Universität Basel erhofft sich davon eine Stärkung ihres Standorts als Lehr- und Forschungsstätte.

Damit dürften die nach der Annahme der Masseneinwanderungs-Initiative von europäischer Seite verhängten Sanktionen gegen den Schweizer Bildungsraum fürs erste abgedämpft sein – zumindest in der Nordwestschweiz. Die EU hatte zunächst Programme wie «Erasmus» und «Horizon 2020» auf Eis gelegt. Die Zukunft grenzübergreifender Strategien war ungewiss. Nun da das politische Säbelrasseln gegen die Bildungsinstitute abgeflacht ist, sollte einer internationalen Zusammenarbeit, von der alle Seiten profitieren, weiter nichts mehr im Weg stehen.

In Forschung und Lehre will man keine Grenzen

«Der ‹European Campus› passt in der von uns verfolgten Strategie der Internationalisierung ‹at Home›. Unseren Basler Studierenden und Lehrenden stehen an den Partneruniversitäten in der grenzüberschreitenden Region alle Türen weit offen. Eine Chance, die man ergreifen muss», sagte Prof. Dr. Maarten Hoenen, Eucor-Vizepräsident und Vizerektor Lehre und Entwicklung der Universität Basel. Damit ist gemeint, dass sowohl Studierende als auch die Universität von einer Vielfalt von Akademikern am Oberrhein profitieren. Weiter, so Hoenen, würden auch Schranken für Schweizer Studenten abgebaut, die im Ausland studieren wollen.

Der «European Campus» vereine die Potenziale in Forschung und Lehre am Oberrhein. 15'000 Forschende sollen vom grenzüberschreitenden Innovations- und Wissenstransfer profitieren und 115'000 Studierende ihr Studium trinational aufbauen können, hiess es weiter. Als Universitätsverbund mit eigener Rechtsform könne die Universität Basel unter Wahrung ihrer Autonomie gemeinsam mit den Partneruniversitäten als Antragsteller auftreten und einen gemeinsamen Struktur- und Entwicklungsplan erstellen. Auch gemeinsame Professuren, gemeinsames Verwaltungspersonal und gemeinsame Servicestellen seien geplant. All dies soll möglichst im bestehenden Rahmen von Personal und Ressourcen geschehen. Hoenen hielt ebenfalls fest, dass man langfristig einen Abbau von Bürokratie anstrebe.

Plattform für grenzüberschreitende Forschung und Lehre

Laut der Universität Basel entstand der «European Campus» vor dem Hintergrund einer langjährigen Kooperation der Universitäten am Oberrhein. 1989 haben sie sich zu einem grenzüberschreitenden Netzwerk unter dem Namen Eucor (Europäische Konföderation der Oberrheinischen Universitäten) zusammengeschlossen.

Der European Campus ermögliche der Universität Basel, die grenzüberschreitende Forschung und Lehre auf eine neue Plattform zu stellen, um im europäischen Verbund ihre Position im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe und Ideen entscheidend zu stärken. Dabei wolle man einerseits den Lehr- und Forschungsstandort Basel stärken, andererseits aber auch an einer interuniversitären Verteilung von Schwepunkten teilhaben und zu dieser beitragen. Hoenen nannte in Bezug auf Letzteres vor allem die Life Sciences und die Medizin. Diese sind in Basel besonders stark vertreten.

Die Gründungsdokumente werden nun beim Regierungspräsidium Freiburg eingereicht. Nach der Ratifizierung durch die zuständigen Behörden in Deutschland, Frankreich und der Schweiz, von welcher das Inkrafttreten des Projekts noch abhängt, kann der EVTZ seine Arbeit offiziell aufnehmen. Vorgesehen ist, im Frühjahr 2016 die Gründung mit einem gemeinsamen Festakt zu feiern.

las

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