Aktivisten besprayen Türen und Wände der Uni Basel

Die Vandalen werfen der Universität vor, dass sie sexuelle Gewalt toleriere.

Das Lernoullianum war eines der betroffenen Gebäude.

Das Lernoullianum war eines der betroffenen Gebäude.

(Bild: barrikade.info)

In der Nacht auf Donnerstag haben unbekannte Täter mehrere Gebäude der Universität Basel besprayt. Betroffen waren das Kollegienhaus am Petersplatz, das Rektorat im Petersgraben, das Lernoullianum und ein Gebäude am Rheinsprung, wie Matthias Geering, Mediensprecher der Universität Basel, auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt.

Die Täter besprühten die Wände und Türen mit Vorwürfen an die Universität Basel: Sexuelle Gewalt werde an der Uni toleriert und keiner interessiere sich dafür. Die Aktivistenen möchten auf einen sexualisierten Übergriff eines Professoren auf eine Studentin aufmerksam machen.

Fragwürdiges Verfahren

Der Vorfall, auf den die Aktivisten allem Anschein nach Bezug nehmen, hatte medial durchaus hohe Wellen geschlagen. Die fragliche Studentin hatte im Mai 2018 eine Beschwerde gegen den Professor bei der Universität eingereicht, die daraufhin ein Verfahren einleitete.

Von der Art, wie dieses Verfahren verlaufen ist, zeigte sich indes nicht nur die Studentin enttäuscht, sondern auch die Rektorin drückte ihr Bedauern aus. Der Professor, für den die Unschuldsvermutung gilt, erhielt eine Verwarnung, durfte aber nach einer halbjährigen Auszeit seine Arbeit wieder aufnehmen. Einige Studierende zeigten sich vergangenen Herbst in einem Brief an die Unileitung empört darüber und forderten dessen sofortige Entlassung.

Im Bekennerschreiben zu den jüngsten Schmierereien, das auf der Internetplattform barrikade.info veröffentlicht wurde, heisst es, die Uni habe in diesem Fall das Thema verharmlost und zensiert. «Die Aktion sollte Druck auf die gewaltvolle Struktur der Uni ausüben», schreiben die Aktivisten.

Zu den Vorwürfen, die Universität würde sexuelle Übergriffe verschweigen, sagt Mediensprecher Geering: «Die Uni Basel ist gesprächsbereit und es wird über sexuelle Übergriffe an Studentinnen diskutiert. Das Thema wird ernst genommen und die entsprechenden Reglemente werden derzeit überarbeitet. Wir haben eine Koordinationsstelle geschaffen, bei der sich Betroffene melden können.»

Gemäss Recherchen dieser Zeitung wurden die Täter noch nicht gefunden. Zur Zeit läuft eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung. Die Basler Polizei ermittelt.

juw

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