Schulabsenzen können kompensiert werden

Das Basler Erziehungsdepartement hat Regeln im Umgang mit Absenzen bei Klimademonstrationen erlassen. Die Demonstranten sind damit nicht glücklich.

Für das Klima haben hunderte Schüler eine unentschuldigte Absenz in Kauf genommen.

Für das Klima haben hunderte Schüler eine unentschuldigte Absenz in Kauf genommen.

(Bild: Dominik Plüss)

Im Dezember und Januar gingen Schüler im Rahmen des international ausgerufenen «Klimastreiks» zu Hunderten auf die Strasse. Dabei blieben sie dem Unterricht «unentschuldigt» fern. «Die resultierenden Versäumnisse werden als unbegründete Absenzen gemäss Absenzen- und Disziplinarverordnung behandelt», teilt das Erziehungsdepartement (ED) am Dienstag mit. Dies entgegen dem Wunsch der Schüler, auf Absenzen zu verzichten, respektive diese als begründet zu akzeptieren. Diese Forderung stellten sie dem Erziehungsdepartement in einem persönlichen Gespräch.

Nun hat das ED die Regelung im Umgang mit Absenzen bei Klimademonstrationen bekannt gegeben. «Es ist im Interesse des Erziehungsdepartements, dass der Unterricht trotz der Demonstrationen möglichst reibungslos stattfinden kann», schreibt das Departement in der Medienmitteilung. Erster Punkt der Rahmenvorgaben ist, dass allfällige Kompensationen und Verschiebungen vorgängige und einvernehmliche Lösungen in Absprache mit der Lehrperson, der Klasse und gegebenenfalls der Schulleitung benötigen würden. Diesbezüglich hätten die Lehrpersonen zwar das Recht, solche Lösungen zu ermöglichen, sie seien dazu aber nicht verpflichtet.

Unterricht kompensieren

Weiter hätten angekündigte Prüfungen Vorrang. Nachholprüfungen seien dementsprechend nicht möglich. Falls es Schulausfälle gibt, müssen die Schüler den verpassten Unterricht im gleichen zeitlichen Umfang wie das Fehlen kompensieren. Zudem wurde festgelegt, dass die Lehrperson entscheiden kann, inwieweit das Thema Klimawandel im Unterricht behandelt wird.

Eine Verschiebung des Unterrichts sei nur dann möglich wenn dies vorgängig vereinbart wurde, kostenneutral geschieht und die ganze Klasse, die Lehrperson sowie die Schulleitung dem zustimmt.

Schriftliche Bestätigung der Eltern

In der Volksschule gibt überdies das kantonale Schulgesetz am Vormittag Blockzeiten vor. Daher braucht es für die Schulkinder dieser Altersgruppe schriftliche Bestätigungen der Eltern, dass diese Pflicht aufgehoben ist und die Eltern die Betreuungspflicht übernehmen.

Das Streik-Komitee zeigt sich nicht glücklich, dass es von der Regelung erst einige Stunden vor der Veröffentlichung erfahren hat. So habe man diese Rahmenbedinungen nicht im Plenum besprechen können. Man würde dies am Mittwoch tun und dabei beraten, ob die Vorgaben akzeptabel seien, heisst es in einer Mitteilung des Komitees. Die Vertreter des Komitees gaben jedoch der Freude Ausdruck, dass nun eine Lösung im Raum steht und die Aufmerksamkeit nicht mehr den Absenzen, sondern dem Klima gelten könne.

ms/ffl

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