SP wehrt sich gegen Luxus-Lofts am Rhein

Die Entwicklung im Bereich des Rheinhafens wird kritisch betrachtet. Die SP will den Bau von Luxus-Wohnungen verhindern, damit die Mieten nicht explodieren.

Solche Luxuswohnungen wie auf dem Areal des früheren Kinderspitals sollen am Rheinhafen nicht entstehen.

Solche Luxuswohnungen wie auf dem Areal des früheren Kinderspitals sollen am Rheinhafen nicht entstehen.

(Bild: Visualisierung Jessenvollenweider Architektur)

Die Hafen- und Stadtentwicklung Klybeck-Kleinhüningen verlagert sich langsam von der Vision in die Planungsphase. Das Entwicklungspotenzial ist beachtlich: Im vor vier Jahren verabschiedeten Richtplan ist von «urbaner Qualitätsmaximierung» und von Wohnflächen für rund 17'000 Menschen die Rede. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit den Nachbarn in Huningue und Weil am Rhein umgesetzt werden.

Zunächst gilt es jedoch die Hafenanlagen zu optimieren. Im Zentrum steht die Schaffung einer trimodalen Umschlagdrehscheibe. Der Verknüpfungspunkt soll durch die Verlängerung des Hafenbeckens 2 und die Schaffung des neuen Hafenbeckens 3 erreicht werden.

«Chance für etwas Einmaliges»

An der SP-Delegiertenversammlung wies Regierungsrat Hans-Peter Wessels auf die Bedeutung der Umschlagdrehscheibe hin, die einmalig sei – nicht nur für Basel, sondern für die Schweiz. Das Containeraufkommen werde sich unabhängig von Wirtschaftsszenarien in den nächsten Jahren verdoppeln bis verdreifachen. Die Transportkapazitäten auf dem Rhein würden heute bei Weitem nicht ausgeschöpft. Dabei sei das Transportwesen auf dem Wasser «ökologisch hervorragend». Die Neuorganisation des Hafens sei der «Treiber» für die gesamte Entwicklung aller weiteren Planungen in Basel Nord. «Wir haben die Chance, etwas Einmaliges auf die Beine zu stellen», sagte Nina Hochstrasser von den Schweizerischen Rheinhäfen in der anschliessenden Podiumsdiskussion.

Die Neuorganisation des Hafens schafft dies- und jenseits der Grenze Platz für Neues. Auf Schweizer Seite stehen die Rheininsel mit hochwertigen Arbeits-, Wohn- und Freizeitanlagen am Wasser sowie das Klybeckquartier am Ufer des Rheinkanals im Fokus.

Angst vor steigenden Mieten

Dabei gibt es jedoch noch viele offene Fragen, die sich in einem Satz zusammenfassen lassen: Wer soll was für wen bauen? «Die SP Basel-Stadt wird keinem Projekt zustimmen, das unter anderem auf die Erstellung von Luxus-­Lofts an der Wasserfront setzt», heisst es in einem Diskussionspapier. Und: «Über die Hälfte der Wohnungen soll durch gemeinnützige Bauträger erstellt werden, welche die Wohnungen nicht als Renditeprojekte betrachten.»

Die Neubebauungen, so befürchtet Sibylle Hauert von der Wohngenossenschaft Klybeck, könnten sich negativ auf das Quartier auswirken. Dieses biete den Menschen heute sehr günstigen Wohnraum. Gefragt sei stadtplanerisches Feingefühl, das die Bevölkerung in die Stadtentwicklung miteinbeziehe.

Die Bodenpolitik werde eine zentrale Rolle spielen, ist Stadtplaner Phi­lippe Cabane überzeugt. Man müsse die Chance nutzen, spannende Akteure zu gewinnen. Investorenfreundlichkeit stehe bei Weitem nicht zuoberst. Aber alles nur genossenschaftlich zu bebauen, wäre auch langweilig. Die Spekulation sollte an den Rheinlagen keine Früchte tragen, ergänzte SP-Grossrat Daniel Jansen. Dies hätte möglicherweise zur Folge, dass heute im Quartier ansässige Leute aufgrund einer Verteuerung der Wohnungen wegziehen müssten.

Basler Zeitung

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