Rochaden und Entlassungen beim Flughafen-Casino

Im Grand Casino Basel werden bald einschneidende Massnahmen bekannt gegeben. Bereits vor zwei Monaten wurde das Angebot reduziert und es kam zu Entlassungen. Weitere könnten nun folgen.

Erfährt nun einige Änderungen: Das Grand Casino Basel bei seiner Eröffnung im Oktober 2003.

Erfährt nun einige Änderungen: Das Grand Casino Basel bei seiner Eröffnung im Oktober 2003.

(Bild: Keystone)

Unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Grand Casino Basel herrscht Verunsicherung. Vergangene Woche haben sie erfahren, dass die Casino-Spielbereiche im ersten Stock und im zweiten Untergeschoss zusammengelegt werden. Wie sich diese Massnahme auf die Personalsituation auswirkt, werden sie in den kommenden Wochen erfahren. Wie baz.ch aus zuverlässiger Quelle erfahren hat, sollen die Tischspiele im ersten Stock und der Automaten-Bereich im Untergeschoss zusammengelegt werden. So könnte Platz und Personal eingespart werden, befürchten viele Casino-Mitarbeiter.

Timothy Cullimore, seit April 2012 Geschäftsführer des Grand Casino Basel, bestätigt auf Anfrage die Rochade im Spielbereich. Ob und wieviele Stellen gestrichen werden, kann er noch nicht sagen. «Jeder Stellenabbau ist bedauernswert – wir versuchen ihn auf ein Minimum zu reduzieren.» Solange die Änderungen und die Reaktion der Gäste noch ausstehe, sei das aber schwierig abzuschätzen.

Schweizer Las Vegas in Basel

Viel lieber als über mögliche Entlassungen redet Cullimore, ein ausgewiesener Kenner des Spielbankenbusiness, über seine Pläne mit dem Flughafen-Casino. Und über das vergangene Wochenende. «Es kamen über 5000 Gäste und wir glauben, diese werden die neue Spielumgebung mögen», sagt der Casino-Geschäftsführer. Deshalb könne man das Team auch nicht radikal verkleinern. Dass die verschiedenen Spielwelten nun zusammengebracht werden, sei die logische Konsequenz des «Swiss Las Vegas»-Thematik. Dieser hat sich das Casino offenbar neu verschrieben. Dabei geht es neben der Fusion der Gambling-Zonen auch um eine bessere Anbindung an Konzert- und DJ-Angebote. Wie in Las Vegas halt, wo Glücksspiel und Show Hand in Hand funktionieren.

«Das ergibt eine viel aufregendere Umgebung», meint Cullimore. «Wir wollen das erste Schweizer Casino sein mit Non-Gaming-Unterhaltung neben den Spieltischen und Automaten.» Auf der Homepage des Flughafen-Casino steht: «Das Grand Casino Basel innoviert zurzeit für SIE!». Nun dürfte klar sein, was damit gemeint ist von Seiten der Geschäftsleitung. Unter den Mitarbeitern aber bleibt die Stimmung vorerst angespannt. «Cullimore ist gekommen, um für die französische Casino-Besitzerin Groupe Tranchant aufzuräumen», sagt eine Person aus dem Grand-Casino-Umfeld, die nicht namentlich genannt werden möchte. Ob sich ihre Befürchtung bewahrheitet, werden die kommenden Wochen zeigen.

Reduziertes Restaurant-Angebot

Zu ersten Entlassungen im Grand Casino Basel kam es Ende Juni, als bekannt gegeben wurde, dass im Casino-Restaurant «La Rose» ab Juli abends nicht mehr gegessen werden kann. Sieben Mitarbeiter verloren gemäss Cullimore ihren Job, zwei wurden zum Croupier umgeschult. «Das Restaurant entsprach nicht den Wünschen unserer Gäste», erklärt der Casino-Leiter, dessen Spielbank demnächst Konkurrenz aus Zürich erhält. Dort wird Ende 2012 im Haus Ober ein neues Casino eröffnet unter der Leitung von Michael Favrod, der vor Cullimore fast zehn Jahre lang für das Grand Casino Basel verantwortlich war. An den Spieltischen werden fünf Croupiers stehen, die bis vor Kurzem auf der Lohnliste des Airport-Casinos standen.

baz.ch/Newsnet

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