Regierung mustert Dieselbusse aus

Die BVB müssen sämtliche Fahrzeuge bis 2027 mit erneuerbaren Energien antreiben. Kommen bald die Trolleybusse wieder zurück?

Biogasbusse waren einst die Zukunft der BVB, bald aber wieder Vergangenheit. Nach dem gestrigen Entscheid der Regierung könnte sich das aber erneut ändern.

Biogasbusse waren einst die Zukunft der BVB, bald aber wieder Vergangenheit. Nach dem gestrigen Entscheid der Regierung könnte sich das aber erneut ändern.

(Bild: Lea Hepp)

Martin Regenass

Geht es nach dem Regierungsrat, müssen die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) bis 2027 sämtliche Dieselbusse abschaffen. Dies geht aus einer gestrigen Mitteilung hervor. Darin steht, dass der Regierungsrat einer Motion von SP-Grossrat Jörg Vitelli nachgekommen ist und eine Änderung des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr verabschiedet hat. Danach strebt der Kanton die «Energiewende hin zu 100 Prozent erneuerbaren Energieträgern» an.

Da der Kanton nun bei den BVB die Transportleistungen der Tram- und Buslinien bestellt, muss das Unternehmen mit einer Frist von zwölf Jahren die Forderung nach hundertprozentig erneuerbarer Energie beim Antrieb der Fahrzeuge umsetzen. Betroffen von der Gesetzesänderung ist in erster Linie die Busflotte der BVB, die mit den nicht erneuerbaren Treibstoffen Erdgas und Diesel unterwegs ist. Die Trams fahren mit Strom der Industriellen Werke Basel, welche diesen als 100 Prozent erneuerbar deklarieren.

Zurück zu Trolleybussen?

Für Benno Jurt, Leiter der Mobilitätsplanung Basel-Stadt beim Bau- und Verkehrsdepartement, stehen als Dieselbusersatz verschiedene Alternativen zur Auswahl: «Möglich sind Trolleybusse, Elektrobusse, Busse mit Brennstoffzellenantrieb oder Gasbusse.» Einen Entscheid, auf welche Technologie künftig gesetzt werden solle, hätten die BVB aber noch nicht getroffen.

Kritisch hinterfragen muss man an dieser Stelle einen möglichen Ersatz der Dieselbusse durch Trolleybusse. Denn das Stimmvolk hat solche mit einem Entscheid von 2007 aus der Stadt verbannt. Und damit gleich auch die Infrastruktur und die Fahrleitungen im Wert von rund drei Millionen Franken herunterreissen lassen. Auch die Gasbusse werden von den BVB seit Jüngstem wieder stiefmütterlich behandelt. Nachdem sich das Basler Stimmvolk mit dem Trolleybusentscheid für eine Gasbusflotte mit 50 Prozent Biogasantrieb entschied, haben die BVB Anfang Jahr angekündigt, die Biogasbusse wieder durch Dieselbusse zu ersetzen. 46 davon sind bestellt und per Option könnten weitere 60 Stück zu einem späteren Zeitpunkt hinzukommen.

Nicht genug Biogas verfügbar

Die BVB haben die Biogasstrategie den Dieselbussen geopfert, weil Biogas in den gebrauchten Mengen nicht erhältlich ist und vor allem weil der Betrieb der Dieselbusse günstiger ist. Ein Subventionsvertrag für günstigeres Biogas mit den Industriellen Werken Basel (IWB) läuft zudem Ende 2015 aus.

Falls die BVB nicht wieder zu Trolleybussen oder Gasbussen zurückkehren wollen, bleiben ihnen als Alternative Busse mit Stromantrieb oder mittels Brennstoffzellen, falls diese Antriebsarten bis dann bei Bussen serien- und alltagstauglich sind. Ansonsten, so Jurt, könne der Regierungsrat den BVB eine Ausnahme gewähren. «Oberste Priorität hat ein sicheres und zuverlässiges Angebot im öffentlichen Verkehr.»

Basler Zeitung

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