Pfarrerin reicht Strafanzeige ein

Die Basler Pfarrerin Christine Dietrich wehrt sich gegen eine Kampagne der «Basellandschaftlichen Zeitung».

Pfarrerin Christine Dietrich fühlt sich in ihrer Würde und Ehre verletzt.

Pfarrerin Christine Dietrich fühlt sich in ihrer Würde und Ehre verletzt.

Mischa Hauswirth

Die evangelische Pfarrerin Christine Dietrich hat gegen einen Journalisten der «Basellandschaftlichen Zeitung» sowie Markus Ritter, langjähriger Präsident der Offenen Kirche Elisabethen, Alt-Grossratspräsident und ehemaliger General­sekretär des Präsidialdepartements, rechtliche Schritte eingeleitet. Wegen des Medienartikels «In der Kirche ist die Hölle los: Skandal um Basler Pfarrerin geht weiter» fühlt sich die Pfarrerin in ihrer Würde und Ehre verletzt.

Ritter soll geschrieben haben, dass Dietrich «im mörderischen rechtsextremen Milieu als Pfarrsfrau mitwirkt». Zudem wird in diesem Mail sowie in Artikeln der «Basellandschaftlichen Zeitung» der Anschein erweckt, Christine Dietrich gehöre einem Umfeld an, aus dem der norwegische Massenmörder Anders Breivik hervorgegangen ist.

Einsatz für Frauenrechte

Justiziabel aus Sicht der Pfarrerin und ihres Anwalts sind die Schlagwörter «mörderisch» und «Massenmörder». Dadurch werde einem Durchschnittspublikum suggeriert, dass die Pfarrerin in einem Zusammenhang zum Straftatbestand des Mordes stehe. «Jemanden eines solchen verwerflichen Verhaltens zu bezichtigen, stellt klarerweise eine Ehrverletzung dar», heisst es in der Strafanzeige, die der BaZ vorliegt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Zum Fall: Mehrfach wurde darüber berichtet, dass die Pfarrerin vor mehr als zehn Jahren für den deutschen Blog «Politically Incorrect» Beiträge mit ­islamophobem Inhalt geschrieben habe. Dietrich beteuerte stets, dass es dabei um Frauenrechte gegangen sei, die gerade in islamischen Ländern fehlen. Im Jahr 2012 untersuchte die Berner Staatsanwaltschaft Dietrichs Einträge, fand aber keinen Gesetzesverstoss. Die Kirche kannte diese Geschichte vor Dietrichs Wahl.

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