Neues Tramgleis auf dem Centralbahnplatz

Regierungsrat plant kurzfristige Massnahmen und ein Gesamtkonzept.

Ein neues Gleis soll die Aufenthaltsqualität auf dem Centralbahnplatz verbessern.

Ein neues Gleis soll die Aufenthaltsqualität auf dem Centralbahnplatz verbessern.

(Bild: Mischa Christen)

Für den Bahnhof SBB und seine Umgebung soll ein Gesamtkonzept entwickelt werden, das auch die Schaffung neuer Bahnhofzugänge auf der Seite der Margarethenbrücke umfasst. Bis Ende 2019 will der Regierungsrat dem Grossen Rat einen Ausgabenbericht für die nötigen Planungsmittel unterbreiten.

Dies steht in der Stellungnahme der Regierung zu einer Motion des Grünen-Grossrats Beat Leuthardt mit dem Titel «Besserer Bahnhofsplatz für uns alle». Dieser Vorstoss enthält auch überholte Forderungen wie den Stopp der Erhaltsplanung, da die Sanierung der Tramgleise auf dem Centralbahnplatz Anfang April begonnen hat und bis zum Herbst abgeschlossen sein soll. Die Forderung nach einem sofortigen Stopp wäre ohnehin rechtlich unzulässig. Deshalb beantragt der Regierungsrat dem Parlament, den Vorstoss als weniger verpflichtenden Anzug zu überweisen.

Euler-Gleis

Der Ausbau des Bahnhofs Basel SBB ist in den Ausbauschritten 2025 und 2035 enthalten und liegt in der Kompetenz des Bundes beziehungsweise der SBB. Anfang 2020 werde eine Planungs- und Umsetzungsorganisation unter der Leitung des Bundesamts für Verkehr ihre Arbeit aufnehmen.

Auf diese Grundlagen müsse auch der Kanton sein Gesamtkonzept abstimmen, heisst es in der Stellungnahme. Der Regierungsrat möchte aber mit lokalen Verbesserungen nicht bis zur Umsetzung des Gesamtkonzepts warten. Er unterstützt deshalb die in der Motion erwähnten Ziele der Vermeidung von Querfahrten vor dem Bahnhofsgebäude und die Verbesserung der Sicherheit sowie der Aufenthaltsqualität. Deshalb habe die Projektierung eines neuen Gleisstücks begonnen, das die heutige Haltestelle der Tramlinie 2 mit dem Aeschengraben verbindet, womit die Linie 8 ebenfalls dort halten könnte und nicht zuerst über den Platz fahren müsste.

Längere Wartezeiten

Allerdings würde dieses neue Euler-Gleis zu längeren Wartezeiten für den Auto-, Fuss- und Veloverkehr führen. Dennoch soll das neue Gleis, das auch von Alt-Grossrat Urs Müller vorgeschlagen worden ist, unter Abwägung der Vor- und Nachteile projektiert werden. Der Grosse Rat soll bis Ende 2020 einen entsprechenden Ausgabenbericht erhalten und dann entscheiden können.

Alternativ will der Regierungsrat prüfen lassen, ob die Linie 8 «möglichst rasch anders geführt werden kann». Auf den bestehenden Gleisen wäre dies über den Kirschgarten, die Wettsteinbrücke und den Wettsteinplatz bis zum Messeplatz und von dort zum Claraplatz möglich. Das bedeutete aber, dass die Linie 8 nicht mehr durch die Grossbasler Innenstadt fahren würde.

Claragraben als Entlastung

Eine Entlastung würde die Verwirklichung einer Tramverbindung durch den Claragraben bringen. Sie ist im Bericht über die Tramnetzentwicklung von 2018 enthalten. Sie war 1997 schon in einem Ratschlag vorgesehen, dieser wurde aber vom Grossen Rat zurückgewiesen.

Dieser Streckenabschnitt schliesse eine Lücke im heutigen Tramnetz und ermögliche die Entflechtung aller Tramführungen auf dem Centralbahnplatz, schreibt der Regierungsrat im Bericht zur Motion Leuthardt. Der aktualisierte Tramstreckenplan wird derzeit in der Umwelt- und Verkehrskommission des Grossen Rats beraten. Wann eine Realisierung möglich wäre, bleibt offen. Derzeit sind keine zusätzlichen Tramlinien über die Wettsteinbrücke möglich, solange der St.-Alban-Graben teilweise von den Bauarbeiten für das Parkhaus Kunstmuseum belegt ist. Deshalb kann die Linie 15 noch bis Ende 2020 nicht mehr über die Wettsteinbrücke fahren.

Basler Zeitung

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