Neue «Sozialräume» entlang des Rheinufers

Die Bevölkerung will das «Draussen-sein» zelebrieren, davon geht die Allmendverwaltung Basel-Stadt aus. Sie bewilligen deshalb in den nächsten Jahren 14 neue Standorte für Buvetten.

Neue Standorte: Die Allmendverwaltung will entlang des Rheinbordes mehr Buvetten und Verkaufsstände sehen. Dadurch sollen neue Sozialräume entstehen.

Neue Standorte: Die Allmendverwaltung will entlang des Rheinbordes mehr Buvetten und Verkaufsstände sehen. Dadurch sollen neue Sozialräume entstehen.

(Bild: Tiefbauamt BS)

Der Erfolg der Buvette an der Dreirosenbrücke zeigt es: Die Baslerinnen und Basler geniessen das gesellige Beisammensein am Rhein. Ebenso die vielen Jugendlichen, die sich im Sommer täglich treffen und am Rheinufer auf ihren eigenen Grills grillieren. Bei der Allmendverwaltung Basel-Stadt gibt dies aber nicht nur Grund zur Freude. «Anwohner beschweren sich immer wieder über den Rauch der selbstmitgebrachten Grills», sagte der Leiter der Allmendverwaltung Niklaus Hofmann am Montag gegenüber der Presse. Diesen Beschwerden und dem erst kürzlich aufgeworfenen Thema der Verunreinigung von Basel soll mit dem neuen Konzept für Buvetten und Verkaufsstände entgegen gewirkt werden.

«Bis 2012 sind zwei neue Buvetten zusätzlich zu der Bestehenden an der Dreirosenbrücke geplant», erklärte Hofmann. Diese befinden sich am Unteren Rheinweg bei der Florastrasse und am Unteren Rheinweg zwischen der Leuengasse und der Oetlingerstrasse. Die Bewilligungen werden für 5 Jahre erteilt. Insgesamt sollen 14 neue Standorte verwirklicht werden. Die Ausschreibungen dazu werden schrittweise erfolgen, erläuterte er weiter. «Unser Fokus für die Standorte liegt bei den Grünanlagen und am Rheinbord.» Dort, wo die Bevölkerung sich am liebsten treffe.

Einfügen ins Gesamtbild

Die Orte, an denen neue Buvetten ihren Platz finden sollen, seien keinesfalls willkürlich gewählt. «Es gibt eine Nachfrage an bestimmten Orten, wie zum Beispiel dem Rheinufer, auf die wir bei der Auswahl Rücksicht nahmen», sagte Hofmann. Ausserdem versuche die Allmendverwaltung an heiklen Orten anderes Klientel anzuziehen, wie dies bereits durch die Buvette an der Kaserne geschehen sei. «Buvetten haben für mich auch einen ordnenden Charakter», erklärte Hofmann. Er glaubt, wenn sich bereits einige Leute an einem Ort versammeln, steige die Hemmung anderer, diese zu stören.

So fordert Hofmann auch von den Betreibern, dass diese Verantwortung übernehmen, was an ihrem Stand passiert. Sie sollen ein Klima schaffen, an dem sich die ganze Basler Bevölkerung erfreuen kann, meint Hofmann. Das Ziel sei schliesslich für beide – Allmendverwaltung und Betreiber – eine grösstmögliche Besucherzahl. Darum werde auch keine Norm für die Gestaltung der Buvette eingeführt. Dies soll von Fall zu Fall entschieden werden. «Die Buvette soll ins Ortsbild passen. Wir haben deshalb ein Bewertungsgremium mit Experten, das jede Anfrage einzeln prüft.»

Neben den Buvetten sind auch weitere Verkaufsstände geplant. Im Sommer sind dies meist die mobilen Glacé-Wagen und jetzt ab Herbst wieder die vielen Marroni-Stände. Zu den bereits bestehenden 23 Standorten kommen 8 weitere dazu, die sich wie die Buvetten alle am Rheinbord entlang befinden. In diesem Fall gilt für die Allmendverwaltung: «Dr Schnäller isch dr Gschwinder.» Gute Ideen seien bei ihnen stets willkommen.

Zwischen Interessen der Anwohner und der Benutzer abwägen

«Wir wollen den Prozess für die Bevölkerung möglichst transparent halten», erklärte Hofmann der Presse. Die Entscheidung für die Standorte sei immer ein Abwägen zwischen Anwohnerinteressen und Benutzerbedürfnissen. Dass die Basler nicht überall solche Buvetten haben wollen, zeigt das Beispiel des Münsterplatzes, an dem sich die Anwohner strikt gegen einen Stand wehrten.

Ob die Anwohner erfreut sind über die vielen Standorte entlang des Rheinbordes und ob die neuen Buvetten an den Erfolg der Dreirosen-Buvette anschliessen können, lässt sich noch nicht sagen. Grundsätzlich wolle die Allmendverwaltung allen Einwohnern eine Vielfalt an Angeboten bieten, die Basel noch lebendiger machen sollen, sagt Hofmann. «Wir wollen mit den Buvetten und den Verkaufsständen die Attraktivität der Stadt noch erhöhen.» So sollen Sozialräume entstehen, die im besten Fall die Basler noch enger zusammenrücken lässt.

baz.ch/Newsnet

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