Münsterplatz bleibt kunsteisfrei

Der Unternehmer Beat Leuppi verzichtet für 2011 auf sein Projekt, weil ihm die Planungssicherheit fehle. Zehn Einsprachen wandten sich gegen die Eisbahn und verzögerten sie.

Und wieder ein Fehlschlag für den Unternehmer Beat Leuppi auf dem Basler Münsterplatz: Nachdem bereits sein Projekt einer Buvette dort gescheitert ist, wird nun auch die geplante Kunsteisbahn nicht Realität. Entsprechende Informationen der BaZ bestätigte Leuppi gestern.

Ein solches Projekt brauche mindestens ein Jahr Vorlaufzeit: Neben den Sponsoren, die ein Drittel des Budgets bestreiten sollten, müssten auch die Infrastruktur und das Catering organisiert werden. Die Einsprachen, die gegen die Eisbahn eingegangen sind, verzögerten jedoch das Vorhaben und machten es deshalb unmöglich. «Ich habe schlicht zu wenig Planungssicherheit», sagt Leuppi.

«Trotzdem attraktiv»

Sabine Horvath, Leiterin des Basler Standortmarketings, bedauert, dass es keine Kunsteisbahn geben wird: «Das ist sehr schade. Wir haben über ein Jahr lang am Projekt gearbeitet und hofften, dass es zustande kommen würde.» Die Eisbahn wäre laut Horvath eine Bereicherung für den Weihnachtsmarkt geworden, der in diesem Jahr erstmals auch auf dem Münsterplatz stattfinden wird. Sie betont jedoch, dass der Markt «trotzdem sehr attraktiv» sein werde. Nicht benötigt wird nun auch das Geld der öffentlichen Hand. Aus dem Lotteriefonds hatte die Regierung 40'000 Franken für die Kunsteisbahn gesprochen, die vom 24. November bis zum 15. Januar in Betrieb gewesen wäre.

Laut Beat Leuppi sind zehn Einsprachen gegen die «Kunsti» eingegangen: Fünf von Privatpersonen, je eine von den IWB, der Stadtgärtnerei, der Freiwilligen Denkmalpflege, dem Heimatschutz und eine von der evangelisch-reformierten Kirche.

Kirche dankbar

Letztere zeigt sich erfreut über den Rückzug: «Ich bin froh, dass das Projekt nicht verwirklicht wird. Einerseits als Kirchenratspräsident der Kirche, die für das Münster zuständig ist: Der Anblick des Tourismusmagnets wäre durch die Kunsteisbahn direkt vor der Galluspforte zu sehr beeinträchtigt worden», sagt Lukas Kundert. Auch als Münsterpfarrer sei er dankbar für den Entscheid: «Die zu erwartenden Geräuschimmissionen hätte die Anlässe einer aktiven Gemeinde im Inneren der Kirche massiv gestört – und dies in der Zeit von Advent und Weihnachten.»

Leuppi selbst will sich noch nicht dazu äussern, ob er das Projekt nun definitiv begräbt oder es nochmals versucht: «Ich habe es im Wortsinn auf Eis gelegt.» Die Probleme, die sich in diesem Jahr stellten, wären auch 2012 nicht vom Tisch. Ursprünglich war geplant gewesen, die Kunsteisbahn vor dem «Rollerhof» zu platzieren. Dies hätte zumindest Denkmalschützer und Kirche nicht zu Einsprachen provoziert. In die Quere kam der Stadtlauf, der jeweils Ende November stattfindet.

Basler Zeitung

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