Messe-Probleme haben «keine direkten Auswirkungen auf den Kanton»

Nach dem Rücktritt von René Kamm als Chef der MCH Group erwartet Basel-Stadt als Grossaktionär, dass sich die Messegruppe auf den laufenden Transformationsprozess fokussiert. Dieser müsse mit Engagement voran getrieben werden.

Wenn der Transformationsprozess gelinge, sei er durchaus zuversichtlich für die Zukunft der MCH Group, sagte Christoph Brutschin.

Wenn der Transformationsprozess gelinge, sei er durchaus zuversichtlich für die Zukunft der MCH Group, sagte Christoph Brutschin.

(Bild: Dominik Plüss)

Die Situation der MCH Group sei anspruchsvoll, sagte Christoph Brutschin (SP), Vorsteher des baselstädtischen Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (WSU) gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die traditionellen Geschäftsfelder würden an Bedeutung und Ertragskraft verlieren.

Gleichzeitig seien die deswegen neu ergriffenen Initiativen noch am «Fuss fassen». Brutschin nennt dabei etwa den im September erstmals stattfindenden Salon für die wertvollsten Automobile «Grand Basel» und die Übernahme des Eventmarketingdienstleisters MC2.

Direkte Auswirkungen auf den Kanton als Aktionär durch die Veränderungen bei der MCH Group sehe er derzeit nur wenige, sagte Brutschin weiter. Die allenfalls ausfallenden Dividendenerträge seien «vernachlässigbar». Die Ausschüttungen seien aufgrund der öffentlichen Zuschüsse stark begrenzt.

Kein Abschreibungsbedarf

Aktuell ist zudem kein Abschreibungsbedarf auf der Beteiligung erkennbar, wie Brutschin weiter sagte. Die Aktien würden mit ihrem historischen Wert in den kantonalen Büchern geführt. Welche Folgen eine allenfalls notwendige weitere Wertberichtigung auf die Messehallen in Basel hätte, sei derzeit zudem nicht zu beurteilen.

Wenn der Transformationsprozess dank der neuen Initiativen gelinge, sei er durchaus zuversichtlich für die Zukunft der MCH Group, sagte Brutschin. Die Gruppe müsse sich daher auf den angestossenen Prozess fokussieren und diesen mit Engagement vorantreiben.

René Kamm, CEO der MCH Group, hatte am Freitag seinen Rücktritt bekannt gegeben. Am Wochenende war bekannt geworden, dass Swatch nicht mehr als Aussteller bei der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld teilnimmt. Swatch war der bisher grösste Aussteller.

Die Absage wird gemäss MCH Group Auswirkungen auf das Ergebnis 2019 haben, die zurzeit noch nicht konkret abschätzbar seien. Schon 2017 hatte der Bedeutungsverlust des wichtigen MCH-Standbeins Baselworld die Messebetreiberin das erste Mal in ihrer Geschichte in die roten Zahlen gedrückt. Die Publikumsmesse muba findet im kommenden Jahr zudem zum letzten Mal statt.

Der Kanton Basel-Stadt besitzt einen Drittel der Aktien der MCH Group. Er ist mit drei Delegierten im elfköpfigen Verwaltungsrat vertreten. Seitens Regierung hat neben Christoph Brutschin auch Finanzdirektorin Eva Herzog (SP) Einsitz im Messe-Verwaltungsrat.

amu/sda

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