Merian Iselin Spital hebt «Numerus clausus» auf

Das Merian Iselin Spital verzichtet ab sofort auf Zulassungsbeschränkungen für allgemein Versicherte aus Basel-Stadt. Kanton und Spital übernehmen je zur Hälfte die Zusatzkosten.

Frohe Kunde für Baslerinnen und Basler, die nur über eine Grundversicherung verfügen. Sie können sich ab sofort wieder Hüft- und Knie-Implantate am Merian Iselin Spital (MIS) einsetzen lassen. Entsprechende Informationen der BaZ bestätigen auf Anfrage hin der Basler Gesundheitsdepartementsvorsteher Carlo Conti und MIS-Direktor Stephan Fricker. Laut Conti stellt der Kanton dem MIS bis Ende Jahr zusätzliche 100'000 Franken zur Verfügung, um die dringendsten Fälle zu operieren. In einem entsprechenden Zusatzvertrag zum Subventionsvertrag mit den Basler Privatspitälern verpflichtet sich das MIS seinerseits, die andere Hälfte der nicht gedeckten Kosten zu übernehmen.

Auf 2009 vertröstet

Die BaZ hatte im Juni publik gemacht, dass beim MIS grundversicherte Prothesenpatienten aus dem Kanton Basel-Stadt aufs Jahr 2009 vertröstet wurden. Oder aber sie mussten ein anderes Spital aufsuchen. Die Zulassungsbeschränkung bei der Implantatorthopädie für Knie und Hüfte auf 200 pro Jahr hatte Spitaldirektor Fricker mit der rasch steigenden Zahl dieser teuren Operationsart begründet. Das MIS müsse daher immer mehr eigene Mittel zuschiessen. Fricker forderte von Basel-Stadt eine Erhöhung der Subvention des Spitals von 5,25 auf sechs Millionen Franken. Dann sei das MIS bereit, 300 Implantateingriffe pro Jahr bei Grundversicherten durchzuführen (zum Vergleich: Im Jahre 2007 waren es 271).

Jetzt haben sich Spital und Kanton auf einer mittleren Linie geeinigt. Dem Spital seien fürs Jahr 2009 vom Gesundheitsdepartement zusätzliche 400 000 Franken in Aussicht gestellt worden. Im Gegenzug verzichte das Spital «im Rahmen unserer Kapazitäten» auf eine Zulassungsbeschränkung. Ab 2010 wird ein neuer Spitalvertrag gelten, ab 2012 wird das alte System ohnehin durch Fallpauschalen ersetzt. MIS-Direktor Fricker rechnet, dass in diesem Jahr noch rund 30 zusätzliche Implantatoperationen durchgeführt werden. Fürs kommende Jahr rechnet er mit rund 300 Implantatoperationen für grundversicherte Basler. Beide Seiten zeigen sich erfreut über die erzielte Einigung. «Damit bieten wir auch Grundversicherten eine Wahlfreiheit», sagt Conti. Fricker sieht damit auch die Leistungen seines Spitals durch die Behörden anerkannt. Das MIS verfügt im Bereich der Knie- und Hüftprothesen nach eigenem Bekunden über einen Marktanteil von mehr als 40 Prozent in der Nordwestschweiz.

Neuer Name

Das Spital gibt sich nun auf den 1. Januar einen neuen Namen und nennt sich künftig «Merian Iselin – Klinik für Orthopädie und Chirurgie». Das MIS will damit diesen Schwerpunkt stärken, ohne die übrigen Disziplinen aber zu vernachlässigen.

Basler Zeitung

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