Mechanische Sperren sollen auch Terroristen abhalten

Die Regierung verlangt vom Grossen Rat 2,56 Millionen Franken für weitere Poller an sechs Standorten.

Die geplanten Standorte der Poller-Anlagen.

Die geplanten Standorte der Poller-Anlagen.

(Bild: Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK))

Martin Regenass

Die Testanlage mit Pollern oben am Spalenberg zur Einfahrt in die autofreie Innenstadt erfüllt ihren Zweck. Seit die Barriere anfangs 2016 in Betrieb genommen wurde, hat sich die Menge an Autos gemäss Beobachtungen von Anwohnern und der Kantonspolizei um rund 50 Prozent vermindert. Aufgrund dieser positiven Wirkung hat der Regierungsrat entschieden, Standorte für weitere Polleranlagen zu definieren, die nicht berechtigte Autofahrer von der Zufahrt in die autofreie Innenstadt abhalten sollen.

Wie aus einem vor Kurzem erschienenen Bericht der Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (Uvek) hervorgeht, sollen die neuen Poller an sechs verschiedenen Orten zu stehen kommen (siehe Grafik). Als siebter Standort bleibt die Einfahrt zum Spalenberg bestehen. Der Regierungsrat beantragt für den Ausbau dieser Anlagen beim Grossen Rat 2,56 Millionen Franken. Das Geschäft ist im Basler Parlament für morgen traktandiert.

Automatisches Senken

Neben Autos sollen die mechanischen Sperren auch potenzielle Terroristen abhalten, die in die Fussgängerzonen einfahren könnten. Gemäss dem Regierungsrat können die Poller Personenwagen und Transporter wirksam aufhalten und schwere Fahrzeuge zumindest so stark beschädigen, dass deren Weiterfahrt erschwert wird. Die Poller würden den Anforderungen der Polizei entsprechen und seien wirkungsvoller als die mobilen Betonelemente.

Die Anlagen an den verschiedenen Orten werden mit vier bis sieben Pollern bestückt, je nach Breite der Strasse. Jeweils zwei Stück davon sollen versenkt werden können. Während der Zufahrt in die autofreie Innenstadt ohne Ausnahmebewilligung zwischen 5 und 11 Uhr morgens sollen sogenannte Induktionsschlaufen im Boden herannahende Autos erkennen, sodass sich die Poller während der Güterumschlagzeit automatisch senken.

Die Lieferwagenfahrer mit einer Zufahrtsbewilligung ausserhalb der Anlieferzeiten sollen die mechanischen Sperren an einer Säule aus dem Auto heraus bedienen können.

Platz zum Wenden notwendig

Die metergenauen Standorte der Polleranlagen sind gemäss UVEK-Bericht noch nicht definiert. So sollen etwa die Anlagen bei der Rittergasse und bei der Freien Strasse möglichst nahe an die beiden Knoten beim St.- Alban-Graben gebaut werden. Stünden die Poller auf Höhe Bäumleingasse, würden viele Autolenker trotz des Verbots in die beiden Strassen einfahren. Darum, so der UVEK-Bericht, sei es für die Erkennbarkeit des Verkehrskonzeptes förderlich, die Poller unmittelbar an den Rand der autofreien Zone zu stellen.

Allerdings müssen die Autos auch vor der Polleranlage anhalten können, ohne die Fahrzeuge auf den benachbarten Knoten beim Kunstmuseum oder beim Bankverein zu behindern. Ansonsten würden Rückstaus entstehen. Es brauche vor den Polleranlagen ausreichend Platz für irrtümlich in die Rittergasse beziehungsweise in die Freie Strasse gefahrene Autos.

Basler Zeitung

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