Mal hinten, mal vorne

Die Doppelhaltestellen in der Basler Innenstadt sorgen unter wartenden Trampassagieren immer wieder für verdutzte Gesichter und Hektik. Denn nicht immer ist klar, wo das Tram wirklich hält.

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Doppelhaltestellen sind eigentlich eine praktische Sache: Lang genug, damit zwei Trams hintereinander halten können. Die Fahrgäste wissen: Ist die Haltestelle leer, hält das nächste Tram vorne, ansonsten hinten. Müsste man meinen. Denn ganz so einfach ist es in Basel leider nicht. BVB und BLT haben sich nämlich für die vier Doppelhaltestellen zwischen Bahnhof und Schifflände insgesamt drei verschiedene Regimes ausgedacht. Auf dem Papier mögen die Regelungen Sinn machen. In der Praxis allerdings meist weniger.

Zum Beispiel am Aeschenplatz: Die Doppelhaltestelle in Richtung Bahnhof wird von drei Tramlinien bedient. Selbst regelmässigen Pendler ist es aber selten klar, wo das Tram halten wird. Sowohl der 8er als auch die beiden BLT-Linien 10 und 11 halten manchmal vorne und etwas häufiger im hinteren Bereich direkt vor dem Wartehäuschen. Willkürlich sei das jedoch nicht, erklärt BVB-Sprecherin Anna Dobr: «Grundsätzlich halten die Trams direkt vor dem Wartehäuschen, um den Passagieren den Weg zum Umsteigen auf andere Trams am Aeschenplatz zu verkürzen. Folgt aber dahinter noch ein Tram, das die Station bedient, ist der Tramchauffeur angewiesen, erst im vorderen Teil der Haltestelle anzuhalten, um dem nachfolgenden Kurs Platz zu machen.»

Um die Ecke blicken oder rennen

Da die Strecke Richtung Bahnhof unmittelbar vor der Haltestelle eine 90-Grad-Kurve beschreibt, sehen die Passagiere jedoch an der Haltestelle nicht, ob hinten ein weiteres Tram folgt und können so nicht abschätzen, wo das Tram halten wird. Das führt regelmässig zu Kopfschütteln und Hektik unter den Passagieren, wenn das Tram dann nicht vor dem Wartehäuschen hält. Und zu Chaos beim Einsteigen, weil der grösste Teil der Fahrgäste die hinterste Türe des Trams ansteuert.

Pendlern sei deshalb der Blick auf die elektronische Anzeigetafel an der Haltestelle empfohlen. Denn Anhand dieser Anzeige orientieren sich auch die Tramchauffeure, in welchem Bereich der Haltestelle sie ihr Fahrzeug zum stehen bringen, erklärt BLT-Beriebsleiter Fredi Schödler auf Anfrage. Das klappt allerdings nicht immer: Pendler beobachten häufig, wie das erste von zwei hintereinander fahrenden Trams dennoch direkt vor dem Wartehäuschen stoppt. Realisiert der Chauffeur des nachfolgenden Trams den Fehler seines Kollegen zu spät, blockiert sein Tram während Minuten die Kreuzung – zum Unmut von Autofahrern und Fussgängern. «Das sollte nicht passieren», bestätigt Schödler. «Wir schulen die Chauffeure regelmässig, um solche Situationen zu vermeiden.»

Komplizierter Situation am Marktplatz und Barfi

Entspannter ist die Lage am Bankverein. Hier fahren alle Trams immer nach vorne, wenn die Haltestelle frei ist, und lassen im hinteren Bereich der Station Platz für ein zweites Fahrzeug. Das gleiche gilt auch für den Barfüsserplatz und den Marktplatz. Allerdings nur in Richtung Bankverein. In der Gegenrichtung ist die Situation wesentlich komplizierter: «Alle Trams, die über den Rhein fahren, halten am Marktplatz und am Barfi wenn möglich immer im vorderen Teil der Doppelhaltestelle», erklärt Schödler. «Jene Linien, die bei der Schifflände links abbiegen halten in jedem Fall hinten». Konkret betrifft dies die Linie 11 der BLT. Der 16er, für den die Schifflände Endstation bedeutet, geniesst eine Sonderstellung: «Der 16er darf sowohl vorne und hinten halten», präzisiert Dobr. Meistens würde er jedoch nach vorne fahren.

Offenbar haben sich Basels Trampassagiere längst mit der täglichen Portion Hektik beim Einsteigen an einer Doppelhaltestelle abgefunden. Denn Beschwerden deswegen gibt es bei der BVB gemäss Dobr keine. Und auch Schödler weiss nur von ganz vereinzelten Reklamationen bei der BLT. Für Dobr ist zudem klar: «Wer regelmässig am Marktplatz und am Barfi in den 11er Richtung St.Louis steigt, weiss irgendwann, dass das Tram immer hinten hält.» Und alle anderen sind hoffentlich gut zu Fuss.

baz.ch/Newsnet

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