Krawallnacht auf dem Voltaplatz

Über hundert Chaoten haben in der Nacht auf Sonntag auf dem Voltaplatz massive Sachbeschädigungen und Lärmbelästigungen verursacht. Als die Feuerwehr begann, einen Brand zu löschen, eskalierte die Situation.

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Kurz nach drei Uhr ging es drunter und drüber auf dem Voltaplatz: Während die angerückte Feuerwehr einen brennenden Stapel Baumaterial löscht, stürmen Vermummte zu den Geschäften im Eckhaus Elsässerstrasse/Voltastrasse und beginnen damit, Scheiben einzuschlagen. «Es eskalierte plötzlich von Null auf Hundert», sagt Polizeisprecher Klaus Mannhart gegenüber baz.ch. «Ich weiss nicht, was in deren Hirn abgegangen ist.» Hinter dem Feuer vermutet er ein Ablenkungsmanöver.

Was ist passiert? Gemäss der Polizei hätten Anwohner während der ganzen Nacht massive Lärmbelästigungen aus dem Gebiet der besetzten Voltamatte gemeldet. Dort entzündeten einige der «rund 100 bis 150 Chaoten» gegen drei Uhr das Feuer (Augenzeugen berichten von mehreren Feuern). Kurz darauf begannen die Löscharbeiten der Feuerwehr – und die Zerstörungen der Vermummten. Als die Polizei einschritt, zerstreuten sich die Randalierer in alle Himmelsrichtungen. Zwei Personen konnten in Polizeigewahrsam genommen werden.

Wohl kein Zusammenhang mit Zürich

Illegale Parties, die mit Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei enden – die Krawallnächte in Zürich haben in den letzten Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Greift das Phänomen nun auf Basel über? Polizeisprecher Klaus Mannhart glaubt nicht: «Die Vorfälle haben nichts mit denen in Zürich zu tun».

Bereits am frühen Samstagabend kursierten in Basel Gerüchte, dass es zu einer illegalen Party kommen werde. Ob dabei aber der «Anlass» auf dem Voltaplatz gemeint war, ist unklar. Ebenso unklar ist, ob bei den Volta-Krawallen überhaupt von einer «Party» gesprochen werden kann oder ob es sich eher um eine Demonstration gehandelt hat, deren Teilnehmer bewusst die Eskalation gesucht haben. Oder um eine Mischung aus beidem. Augenzeugen berichten jedenfalls von einer Party mit lauter Musik. Und später von mehreren Feuern und einem Wasserwerfer der Polizei.

Polizeisprecher Mannhart ordnet die Chaoten der linksextremen Hausbesetzer-Szene zu. «Die Voltamatte wird schon seit Monaten besetzt – bisher hat man das geduldet.» Ob die Aktivisten nach den Krawallen von letzter Nacht den von ihnen erbauten Turm auf der Voltamatte räumen müssen, kann Mannhart nicht sagen – «das entscheidet die Politik».

Den Turm haben die Besetzer im Mai diesen Jahres errichtet. Gemäss dem Online-Portal «linksunten» soll er «ein Symbol, ein Mahnmal sein, von welchem über die gentrifizierte ‹Todeszone› der Voltastrasse entlang und zum Zaun der ‹Verbotenen Stadt› Novartis Campus geschaut werden kann.» Das Gebiet sei schon länger Ort von Auseinandersetzungen um Gentrifizierung und damit zusammenhängender Verdrängung.

baz.ch/Newsnet

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