Junge Menschen setzen auf das Auto

Eine Studie des Basler Präsidialdepartements zeigt, dass 88 Prozent der Jungen das Auto für das beste Verkehrmittel zur Fahrt über die Grenze erachten.

Bei der Wahl der Verkehrsmittel zur Grenzüberfahrt steht bei jungen Menschen in der Region Basel in allen drei Ländern das Auto deutlich an der Spitze.

Bei der Wahl der Verkehrsmittel zur Grenzüberfahrt steht bei jungen Menschen in der Region Basel in allen drei Ländern das Auto deutlich an der Spitze.

Befragt wurden rund 1400 junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren in der deutsch-französisch-schweizerischen Oberrheinregion im weitgefassten Perimeter rund um Basel. Dieser bezieht die Nordwestschweizer Kantone, das Elsass und den südbadischen Raum mit ein. Das Präsidialdepartement, dessen Vorsteherin Elisabeth Ackermann aktuelle Präsidentin der Oberrheinkonferenz ist, hat das Markt- und Sozialforschungsinstitut gfs-zürich mit der Umfrage beauftragt.

Die am Freitag vorgestellten Resultate brachten mehr oder weniger übereinstimmende Aussagen bei übergeordneten Themen zu Tage. In Detailfragen zeigen sich aber auch länderspezifische Unterschiede.

Auffallend ist, dass sich die jungen Menschen mehrheitlich als Europäerinnen und Europäer verstehen, während die Identität als Bewohner der Oberrheinregion weitaus weniger ausgeprägt ist. Am deutlichsten äussert sich die Identifizierung als Europäer bei den Deutschen (77 Prozent), während die Schweizer (66 Prozent) sich hier etwas zurückhaltender zeigen.

Der grenzüberschreitende freie Personenverkehr wird in allen drei Ländern deutlich als Chance (54 Prozent) oder gar als Notwendigkeit (37 Prozent) erachtet. Die Schweizer sind hier ein bisschen skeptischer als die deutschen und französischen Nachbarn, wobei der Anteil von 9 Prozent, der hier ein Risiko sieht, klein ist.

Bei den übergeordneten Themen sind sich die Bewohner der drei Länder mehr oder weniger einig. Den grössten Handlungsbedarf orten sie ohne markante länderspezifische Unterschiede beim Umweltschutz (56 Prozent), bei der Mobilität (45 Prozent) und der Bildung (37 Prozent). Auffallend ist aber, dass das Thema Flüchtlinge die Franzosen weit weniger stark bewegt (13 Prozent) als die Deutschen (34 Prozent) und die Schweizer (33 Prozent).

Unterschiede beim Thema Arbeit und Bildung

Bei der Themengruppe Arbeit und Bildung zeigen sich deutliche länderspezifische Unterschiede. Während sich 88 Prozent der Franzosen und 72 Prozent der Deutschen vorstellen können, im nahen Ausland zu arbeiten, liegt dieser Wert bei den Schweizern mit 32 Prozent weit darunter.

Zurückhaltender geben sich die Schweizer auch bei den Punkten Weiterbildung, Hochschule und ganz ausgeprägt bei der Berufsbildung. Nur 22 Prozent der Schweizer könnten sich eine Berufsbildung im nahen Ausland vorstellen, während dies bei den Franzosen (76 Prozent) hoch im Kurs steht.

Bei der Wahl der Verkehrsmittel zur Grenzüberfahrt steht in allen drei Ländern das Auto deutlich an der Spitze (88 Prozent), gefolgt vom Zug (29 Prozent) und dem Tram (17 Prozent). Das grenzüberschreitende Angebot im öffentlichen Verkehr wird aber mehrheitlich (53) und ohne auffallende länderspezifische Unterschiede als gut oder sehr gut bewertet. 33 Prozent erachten das Angebot allerdings für ausbaufähig. Wenn die jungen Bewohner die Grenze überschreiten, dann tun sie dies erster Linie für Ausflüge (43 Prozent) und zum Einkaufen (41 Prozent). Letzteres ist besonders bei den Schweizern (55 Prozent) beliebt.

Ausgeprägte Sprachgrenzen

So durchlässig wie die geografischen Grenzen sind die Sprachgrenzen zwischen Französisch und Deutsch bei weitem nicht. Gut oder fliessend spricht in allen drei Ländern nur eine Minderheit die Fremdsprache Französisch oder Deutsch. Die Schweizer (29 Prozent) und Franzosen (27 Prozent) stehen hier aber weit besser da als die Deutschen, die nur einen Wert von 10 Prozent aufweisen.

Hier sehen die Basler Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann und Claudine Ganter, Conseillère régionale Grand Est und Präsidentin des Oberrheinrats Handlungsbedarf. Die gegenseitige Verständigung habe nachweislich einen direkten Einfluss auf die Ausgestaltung der Grenzerfahrungen im Dreiland, heisst es in der Medienmitteilung zur Umfrage.

Manuel Friesecke, Geschäftsführer des Vereins Regio Basiliensis, lässt sich in der Medienmitteilung mit den Worten zitieren, dass Mehrsprachigkeit als «unabdingbare Basis für trinationale Kooperation» konsequent zu fördern sei. Der Verein versteht sich als Vernetzungs- und Austauschplattform zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

amu/sda

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