«Gibt es ein Open Air Basel?» Jetzt schon!

Die Macher des frisch getauften Open Air Basel bei der Kaserne haben ihr Programm für diesen Sommer bekannt gegeben. Es wird zwei grosse Veränderungen geben – diese haben mit Gratis-Kultur und einem Missverständnis zu tun.

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Basel hat ein neues Open Air! Das Open Air Basel. Okay, eigentlich ist es bereits die vierte Festivalausgabe, die am 9. und 10. August auf dem Kasernenplatz zelebriert wird – aber der Name ist neu. «Viva con Agua & Kaserne Basel Festival», das klang einfach ein bisschen umständlich. Grund für den nachvollziehbaren Namenswechsel ist allerdings ein Missverständnis.

So wurden die Aktivisten der Trinkwasserinitiative «Viva con Agua» von vielen plötzlich vor allem als Open-Air-Organisatoren wahrgenommen. «Dabei gehört das Festival-Machen nicht zu unserem Kerngeschäft», erklärt Danielle Bürgin, Präsidentin von Viva con Agua Schweiz und des Vereins Open Air Basel. Nach dem Entscheid, die Trinkwasseraktion aus dem Festivalnamen rauszuhalten, führte Eines zum Anderen: «Wir haben viele Namen aufgeschrieben – und irgendwann fragte jemand: Gibt es eigentlich schon ein Open Air Basel?», sagt Sandro Bernasconi, Festivalleiter und Musikverantwortlicher der Kaserne Basel. Jetzt gibt es also eines.

Viele kleine und ein grosser Schritt

Nun könnte man meinen, dass unter neuem Namen mit der grossen Kelle angerührt wird. Dem ist aber nicht so. «Wir versuchen kleine Schritte zu machen, damit das eine nachhaltige Geschichte wird», sagt Bürgin. Und damit das Festival auch finanziell auf solidem Sockel steht, wird der zweitägige Event zum ersten Mal Eintritt kosten. «Wir wissen alle, dass gratis bedeutet, dass jemand anders dafür bezahlen muss», sagt Bernasconi zur vieldiskutierten Gratis-Kultur, die für viele Musikfreunde fast schon zur Normalität geworden ist. Und für einige Organisatoren zum Problem.

«Ich bin froh über diesen Schritt», sagt Bernasconi und zeigt sich gespannt, ob andere Organisatoren nachziehen werden. Schlussendlich geht es um die Wertschätzung von Kultur und die Bereitschaft, dafür auch Geld auszugeben. «Für einige unserer diesjährigen Bands bezahlt man sonst auch einzeln 30 Franken», erklärt Bernasconi und rechnet vor, dass 15 Franken pro Abend immer noch sehr günstig sind. Das macht einen «Fünflyber» pro Band – wenn man bedenkt, dass die diversen Konzerte vor 19 Uhr auch weiterhin gratis sein werden. Darunter etwa der Auftritt der lokalen Reggae-Helden Schwellheim.

Wasser, Kunst – Prost!

Während sich Festivalleiter Sandro Bernasconi also um das Musikprogramm kümmert, konzentriert sich Danielle Bürgin mit Viva con Agua wieder auf ihre Kernkompetenz: Der Lobby-, Fundraisung- und Sensibilisierungs-Arbeit für sauberes Trinkwasser in Mosambik und Guatemala. Deshalb wird die in Hamburg entsprungene «All-Profit-Organisation» ihr Engagement auf dem Festivalgelände ausweiten – zum Beispiel mit einer vergrösserten Wasserwerkstatt, in der Kinder spielend den sorgfältigen Umgang mit Wasser lernen können.

Zudem werden Streetart-Künstler aus der ganzen Schweiz während des Festivals sogenannte «Artbags» gestalten. Der Erlös dieser Einzelstücke kommt Viva con Agua zugute. Und natürlich wird es auch – wie an diversen anderen Festivals – die Möglichkeit geben, den Pfand seines Getränkebechers zu spenden. Eine simple und effiziente Art, Gutes zu tun. Darauf stösst man gerne an.

baz.ch/Newsnet

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