Förderung der Jugendkultur kommt vor Basler Stimmvolk

Trinkgeldinitiative eingereicht: Die Basler werden darüber abstimmen, ob die Jugendkultur in Zukunft mehr Geld erhalten soll.

Grossrätin Jo Vergeat (rechts) übergibt der Staatsschreiberin Barbara Schuepbach-Guggenbuehl die Unterschriften zur Trinkgeldinitiative. Foto: Pino Covino

Grossrätin Jo Vergeat (rechts) übergibt der Staatsschreiberin Barbara Schuepbach-Guggenbuehl die Unterschriften zur Trinkgeldinitiative. Foto: Pino Covino

Nina Jecker

Mindestens ein Trinkgeld sollte die Jugendkultur dem Kanton wert sein. Das finden die Initianten der Trinkgeldinitiative. Diese verlangt, dass die Jugendkultur neu fünf anstatt wie bisher rund 3,5 Prozent des ordentlichen kantonalen Kulturbudgets erhalten soll.

Vor anderthalb Jahren wurde die Initiative lanciert. Am Mittwoch hat das Komitee sie mit rund 3700 beglaubigten Unterschriften eingereicht; nötig sind für das Zustandekommen 3000. Das Komitee, bestehend aus Politikerinnen und Politikern von SP, Grünen, GLP und FDP sowie Personen aus der Basler Kulturszene, hat die Unterschriften laufend beglaubigen lassen, um keine Zeit und Energie zu verschwenden. «Als wir sahen, dass es reicht, haben wir mit dem Sammeln aufgehört», sagt die grüne Grossrätin und Präsidentin des Initiativkomitees, Jo Vergeat, die sich unter anderem auch im Komitee «Kulturstadt Jetzt – für eine lebendige Stadt» engagiert.

«Schere tut sich immer mehr auf»

Die Initianten haben nicht einfach auf der Strasse, sondern gezielt an Kulturveranstaltungen wie Konzerten und Festivals Unterschriften gesammelt. «Der Rücklauf an diesen Veranstaltungen war sehr gut, viele Unterschriften waren aber ungültig, weil die Personen noch minderjährig oder gar nicht in Basel stimmberechtigt waren», sagt Vergeat. Sie ist froh, dass das Anliegen nun steht.

Seit Jahren steige das Kulturbudget, aber die Förderung von Jugend-, Alternativ-, Pop-, Club- und Subkultur stagniere. «Die Schere zwischen der sogenannten Hoch- und der Jugendkultur hat sich im letzten Jahr noch weiter aufgetan, weshalb unsere Initiative jetzt noch wichtiger ist.»

Über die Grenze hinaus strahlen

Man wolle nicht verschiedene Angebote gegeneinander ausspielen. «Natürlich freut es mich, wenn die Museen mehr Geld bekommen.» Aber die Jungen dürften dabei nicht vergessen gehen. «Denn sie sind es, nicht die etablierten Institutionen, die Kultur immer wieder neu erfinden und Formen schaffen, die es bisher nicht gab.» Das belebe die Stadt, strahle auch über die Grenzen hinaus und sollte dem Kanton fünf Prozent, was gemäss Berechnungen der Initianten rund sieben Millionen Franken entspricht, wert sein, findet Vergeat.

Aktuell wird die Jugendkultur in Basel über eine Pauschale von 200000 Franken finanziert. 2015 hatte die Regierung die Kürzung derselben um 50000 Franken beantragt, die im Grossen Rat jedoch mit Stichentscheid abgelehnt wurde. Von der neuen Art der Förderung sollen junge Kulturschaffende aus allen Sparten profitieren können.

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