Erneuter Abstimmungsanlauf für den Rheinuferweg

Am 18.Mai stimmt Basel über die kantonale Volksinitiative «Grossbasler Rheinuferweg jetzt!» ab. Das Komitee um Daniel Goepfert hofft auf einen positiven Ausgang.

Wunsch nach Rheinufer: Das Initiativkomitee wirbt für den Steg zwischen Wettstein- und Mittlerer Brücke.

Wunsch nach Rheinufer: Das Initiativkomitee wirbt für den Steg zwischen Wettstein- und Mittlerer Brücke.

(Bild: Pierre Stoffel)

Es ist ein Kreuz damit: Seit 1883 ist immer mal wieder die Idee eines Rheinuferwegs zwischen Wettstein- und Mittlerer Brücke im Raum gestanden – zuletzt scheiterte ein von der Christoph Merian Stiftung lanciertes Projekt im Jahr 2002 am Entscheid des Basler Appellationsgerichts.

Nun kommt es zu einem erneuten Anlauf: Am 18. Mai stimmt Basel über die kantonale Volksinitiative «Gross­basler Rheinuferweg jetzt!» ab. Heute startet das dafür verantwortliche überparteiliche Initiativkomitee «Das Rhein­ufer gehört allen» den Abstimmungskampf. Das Komitee ist breit abgestützt – von links bis rechts; dessen Präsident SP-Grossrat Daniel Goepfert kann unter anderen auf SVP-Nationalrat Sebastian Frehner ebenso zählen wie auf LDP-Grossrat André Auderset, Riehens EVP-Gemeinderätin Annemarie Pfeifer oder SP-Ständerätin Anita Fetz.

«Ein Mehrwert für alle»

Gestern luden Goepfert, Pfeifer, Fetz sowie Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, und BastA!-Grossrätin Sibel Arslan auf die Münsterfähre zu einer Medienorientierung, an der sie ihre Argumente für einen Grossbasler Rhein­uferweg darlegten.

Auch wenn einem bei dieser Abstimmung nichts geschenkt werde, so sei man doch zuversichtlich, sagte Goep­fert. Mit dem nachts abschliessbaren Durchgang erhoffe man sich einen Mehrwert für alle. Argumente der Gegner entkräftete er: Er stelle sich einen frei stehenden, filigranen Weg vor, der Rücksicht auf die historische Umgebung nimmt. Gerade um das Ensemble von Münster, Pfalz und Rheinufer nicht zu stören, könnte er sich durchaus vorstellen, den Weg ein Stück weit zu unterbrechen und auf dem jetzigen, direkt unter der Pfalz liegenden Pfad zu führen. Auch müsse der Rheinuferweg nicht über dem Pegelhöchststand des Rheins zu stehen kommen; er darf durchaus niedriger liegen – mit dem Risiko, dass er halt bei Hochwasser überschwemmt wird. Zu rechnen sei mit Kosten von rund drei Millionen Franken.

Aufwertung der Innenstadt

Goepfert wies darauf hin, dass mit dem Gewerbeverband, dem Wirteverband, der Pro Innerstadt und dem Hotelier-Verein starke Partner dabei seien, die sich vom durchgehenden Rheinuferweg eine Aufwertung der Innenstadt erhoffen. Und das käme nicht zuletzt auch den Touristen zugute, sagt Daniel Egloff. «Die Anfragen an Basel Tourismus belegen, dass der Rhein eines der touristischen Highlights der Stadt ist.»

«Der Rhein ist eines der schönsten Erholungsgebiete – vor allem für Kleinbasler», sagte Anita Fetz. «Um rund um den Rhein spazieren zu können, wollen wir den Steg, der diese eine Lücke auf Grossbasler Seite schliesst.» Das Projekt sei «nice to have, aber wichtig». Denn bei einer modernen Stadtentwicklung gehe es neben der Bewahrung von Altem sowie verdichtetem Bauen auch um die Förderung der Lebensqualität. Dies sei hier mit «geringem Aufwand» möglich. Die Ständerätin reichte sodann ein Foto aus den 1930er-Jahren herum, das die beiden einstigen und für das heutige Auge monströsen Rheinbadhäuser links und rechts der Pfalz zeigt. Damit wollte Fetz verdeutlichen, dass das Rheinufer immer wieder unterschiedliche Nutzungen erfahren habe, und dass der filigran geplante und kaum sichtbare Steg sehr respektvoll mit dem Ufer umgehe.

Die Abstimmung will eine Grundsatzfrage beantwortet wissen: Rhein­uferweg ja oder nein? Sollte es zu einem Ja kommen, könnten die Stimmbürger in einem zweiten Schritt über das konkrete Projekt befinden.

Basler Zeitung

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