Ein grosses Fest für Basel und Brasilien

Am diesjährigen Klosterbergfest tritt ein Jugendorchester aus Rio de Janeiro auf.

Das Fest auf dem Klosterberg gibt es seit über 40 Jahren.

Das Fest auf dem Klosterberg gibt es seit über 40 Jahren.

(Bild: Martin Graf)

Seit 42 Jahren lockt das Klosterbergfest Tausende Besucher mit seinem internationalen Flair, brasilianischer Musik und dem gastronomischen Angebot in die Innenstadt. Vom 23. bis am 25. August ist es wieder so weit: Neben zwei Partyabenden am Freitag und Samstag, die vom Atlantis organisiert werden, tritt am Sonntag um 15 Uhr ein ganz besonderes Jugendorchester aus Rio de Janeiro auf.

Die jungen Musiker der Camerata Jovem de Rio de Janeiro schliessen damit einen Kreis, der am 10. März 1974 in einem brasilianischen Churrasco-Lokal seinen Anfang genommen hat. Damals sass Onorio Mansutti mit seinen Freunden Hilde und Otto Engel im Carreta in Ipanema. Vor dem Lokal bettelten arme Kinder um Essen. Als Mansutti die Absurdität der Situation bewusst wurde, wollte er in einer Kurzschlussreaktion all sein Geld in den Favelas verteilen – davon hielt ihn Hilde Engel dankbarerweise ab.

Grosszügige Helfer

Doch der Wille, etwas zu unternehmen, war geboren, und Hilde Engel sollte sich auch weiterhin als grosse Hilfe erweisen. Sie erzählte Mansutti von einer Bekannten, die sich den Schulunterricht für den jüngsten Sohn, Marcelino, mit ihrem Gehalt als Putzfrau nicht leisten konnte. Dieser wurde 1974 zum ersten Patenkind der Organisation «Kinder in Brasilien» (KIB). Heute, 45 Jahre später, ist Marcelo Almeida Familienvater und Pilot der brasilianischen Fluggesellschaft TAM.

Mansutti, der ehemalige Fotograf, betont, das alles sei nur durch ein grosses Netzwerk und gute Kontakte möglich gewesen. Auch die jährlichen Versteigerungen im Atlantis decken einen beträchtlichen Teil der monatlichen Unterstützung ab.

Die Erlöse werden ausschliesslich für Schulstipendien der Stiftung KIB verwendet. «Kinder in Brasilien» hat es bereits mehreren Tausend Strassenkindern ermöglicht, eine Ausbildung zu absolvieren. Darüber ist Mansutti glücklich. In diesem Jahr freut er sich ganz besonders, dass mit dem Jugendchor Camerata Jovem de Rio de Janeiro etwas «zurück nach Basel kommt», was er und seine Helfer vor Jahren in Brasilien angelegt haben.

Musikalische Perspektive

Rund zwei Millionen Menschen leben in Rio de Janeiro in einer von über 700 sogenannten Favelas, darunter auch Kinder. Deshalb gründete der brasilianische Musiker David Machado 1994 das Sozialprojekt Acao Social pela Musica do Brasil, das Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren eine musikalische Ausbildung gewährt.

Auftritte in Deutschland, den Niederlanden und beim UNO-Hauptsitz in New York haben zum Bekanntheitsgrad des Jugendorchesters beigetragen. Dieses Jahr wurden die jungen Musiker zum 100-Jahr-Jubiläum von Save the Children nach Zürich in die Tonhalle eingeladen. Ein weiteres Konzert wird in Genf stattfinden.

Klosterbergfest: vom 23. bis 25. August; Fr 18–3 Uhr, Sa 11–3 Uhr, So 11–18 Uhr.

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