Ein Hotel-Monument feiert sich selber

Accor eröffnet an der Grosspeterstrasse zwei neue Hotels – mit einem kreativen Direktor, der die Urban Art einbezieht. Wir haben uns den Neubau von Innen angesehen.

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Franziska Laur

Wie ein Monument steht er da, der neue Hotelkomplex der Accor-Gruppe bei der Münchensteinerbrücke. Ein riesiger Fels, in Dunkelgrau gehalten, scheidet er die Geister schon vor der Eröffnung. Die einen sprechen von Baupfusch, die anderen von einem genialen architektonischen Wurf. Es sind zwei Hotels in einem Gebäude: das Novotel mit 145 geräumigen Zimmern und das Ibis Budget mit 194 einfachen Räumen. Erstere sind ab 180 Franken zu haben, Letztere ab 135 Franken.

Wobei Hoteldirektor Robin Deb betonte, dass diese Preisangaben je nach Nachfrage steigen können. So könne der Preis eines Executive-Zimmers im «Novotel» an der Baselworld bis zu 650 Franken betragen. Sie sind chic, die Zimmer, keine Frage. In dezenten Beige-Tönen gehalten, äusserst geräumig im «Novotel», mit Sitzecke und Betten von 1,80 Meter Breite. Doch auch die Low-Budget-Zimmer können sich sehen lassen. Nett und kinderfreundlich eingerichtet, bieten sie bis zu drei Personen Platz, und das zu einem kleinen Preis. Und obwohl Strassen und Zuglärm draussen laut sind, dringt kaum ein Ton in die Räume.

Eine willkommene Entlastung

In der geräumigen Lobby des neuen Hotelkomplexes erläutert Baumanager Robert Dietziker, wie das Architekturbüro Rolf Stalder AG im Januar 2011 die Baubewilligung für den Gebäudekomplex erhalten hatte. Benoît-Etienne Domenget, Generaldirektor Accor Schweiz, sitzt im schicken Anzug und mit rosa Socken und Krawatte da und betont, wie stolz man sei, hier an der Grosspeterstrasse 12 diesen Hotelkomplex eröffnen zu können. Das Entwicklungspotenzial in der Schweiz sei gross, auch wenn Accor als Nummer eins der Hotelbetreiber in der Schweiz bereits über einen Marktanteil von 30 Prozent der Schweizer Kettenhotellerie verfüge.

Daniel Egloff, Direktor von Basel Tourismus, freut sich über das neue Hotel, das am 17. September zum ersten Mal seine Tore öffnet. Einerseits weil direkt und indirekt um die 100 Arbeitsplätze geschaffen würden. Andererseits weil die 339 Zimmer mithelfen würden, bei Grossanlässen wie Baselworld oder Art Basel den Unterkunfts-Engpass zu mindern.

Direktor will Quartier einbinden

Sehr sympathisch und innovativ wirkt der Umstand, dass der Hoteldirektor Robin Deb nach Kräften versucht, das Quartier und die Stadt einzubinden. «Es gibt so viele Hotels und immer sagen sie, sie seien die Besten. Doch wirkliche Integration in die Umgebung ist selten», sagt Deb. Er will es anders machen. So kann man bei ihm Tee aus dem Gundeli oder Whisky von Unser Bier trinken. Und er arbeitet mit Künstlern zusammen.

Da er ein Freund von Urban Art ist, machte er sich auf, um diese in sein Hotel zu integrieren. So stiess er auf den Artstübli-Gründer Philipp Brogli. «Er kam bei uns vorbei und sagte, er habe grosse Wandflächen, die bemalt werden könnten», sagt Brogli, der gestern auch bei der Präsentation des neuen Hotelkomplexes dabei war. Riesige Betonwände hat es im Treppenhaus des Hotels und in den Sitzungszimmern wahrlich genug.

Einst geächtet, jetzt gefragt

So werden sich die Gestalter des urbanen Raums in den kommenden Wochen und Monaten nach und nach an die Arbeit machen. Am 17. September wird der Basler Graffiti-Künstler Smash137 sein erstes Gemälde setzen. Ironie der Geschichte: Nur einen Steinwurf entfernt, an der Hochstrasse, wurde Smash137 vor Jahren einmal verhaftet und anschliessend verurteilt, weil er eine öffentliche Wand besprayte. Mittlerweile ist der Basler Künstler eine Koryphäe und weltweit gefragt.

Der Hoteldirektor arbeitet auch mit der Fachhochschule der Künste zusammen. In den kommenden Monaten lässt er die Uniformen der Hotelangestellten von Künstlern kreieren und er hat den Fotoclub Basel eingeladen, im Rahmen eines Contests Fotos zu schiessen. Dafür dürfen sie kommendes Wochenende im noch jungfräulichen Hotel verbringen. Bedingung: Es dürfen keine Prospektbilder sein, sondern sie müssen einen speziellen Touch haben.

Basler Zeitung

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